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Stärkstes Wachstum seit 2003: US-Wirtschaft legt enorm zu

Mit einem überraschend starken Endspurt hat die amerikanische Wirtschaft das Krisenjahr 2009 beendet: Das Bruttoinlandsprodukt legte zwischen Oktober und Dezember um 5,7 Prozent zu. Die guten Zahlen liegen nicht nur daran, dass die Exporte zugelegt haben - sondern auch daran, dass die US-Bürger wieder mehr einkaufen.

Nach langer Durststrecke ist die Wirtschaft der USA im vierten Quartal 2009 kräftig gewachsen - so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Bruttoinlandsprodukt der größten Volkswirtschaft der Welt wuchs nach ersten Schätzungen mit einer hochgerechneten Jahresrate von 5,7 Prozent, wie das US-Handelsministerium am Freitag mitteilte. Es ist das stärkste Wachstum seit dem Sommer 2003. Das Quartal ist bereits das zweite positive in Folge. Das Weiße Haus bezeichnete die neuen Quartalszahlen als "bislang positivste Nachrichten über die Wirtschaft".

Die Zahlen signalisieren nach Meinung der Fachleute, dass die US-Wirtschaft sich schneller von der schweren Wirtschafts- und Finanzkrise berappelt als erwartet. Die Wirtschaft ist demnach im vierten Quartal mehr als doppelt so stark gewachsen wie in den drei Vormonaten. Ende September 2009 lag das Wachstum nach revidierten Angaben bei 2,2 Prozent. Analysten hatten daraufhin weitaus niedrigere Erwartungen an das letzte Quartal gesetzt - nämlich nach Umfragen der Wirtschaftsagentur Bloomberg eine Zunahme von 4,7 Prozent.

Kauflust gestiegen

Das Handelsministerium erklärt die positive Entwicklung mit gestiegenen Exporten und mehr Kauflust der Amerikaner. Außerdem hätten private Firmen ihren Lagerabbau verringert. Während der dramatischen Wirtschaftskrise hatten US-Unternehmen ihre Vorräte stark schrumpfen lassen. Inzwischen sind die Puffer so gering, dass wegen der wachsenden Nachfrage wieder mehr produziert werden muss.

Das Vertrauen der Verbraucher in die US-Wirtschaft war vergangenen Monat um gut zwei Prozent gestiegen. Analysten erklärten, dass die Amerikaner wieder deutlich zuversichtlicher auf den Arbeitsmarkt blickten und daher bereit seien, mehr Geld auszugeben, was wiederum der Wirtschaft zugute komme.

US-Präsident Barack Obama hofft, dass sich die Erholung der Wirtschaft auch auf dem Arbeitsmarkt niederschlägt. Die US- Arbeitslosenquote liegt bei zehn Prozent. Experten befürchten, dass die Quote auch zum Ende dieses Jahres weiter bei über neun Prozent liegt. Für amerikanische Verhältnisse ist das ein extrem hoher Wert.

DPA/AFP / DPA
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