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Kreative Kaffeewünsche "Ekelhafte Bestellungen": Starbucks-Baristas schimpfen über Extrawünsche ihrer Kunden

Lange Liste: die Starbucks-Sonderwünsche von Edward und Mohammed
Lange Liste: die Starbucks-Sonderwünsche von Edward und Mohammed
Eigentlich ist Starbucks eine Systemkette. Doch in den USA nerven offenbar immer wieder Kunden mit extrem ausgefallenen Sonderwünschen, wie Mitarbeiter berichten.

Es ist ja nicht so, als ob Starbucks einfach nur Kaffee hätte. Es gibt die verschiedensten Variationen in heiß und kalt. Auf der US-Karte finden sich sogar bunte Sensationen wie "Strawberry Funnel Cake Crème Frappucino", die eigentlich gar nichts mehr mit Kaffee zu tun haben. Dennoch ist manchen Starbucks-Kunden das Angebot offenbar noch nicht fancy genug. Aktuelle und ehemalige Baristas der Kaffeekette aus den USA und Kanada haben nun dem Business Insider berichtet, wie kreative Kunden sie mit komplexen individualisierten Bestellungen in den Wahnsinn treiben. "Es gibt keine Grenzen für die Bestellmöglichkeiten der Variationen und Anpassungen", erzählte ein Barista aus Baltimore. Und ein Angestellter aus Los Angeleses meint: "Einige der Bestellungen, die ich habe, sind einfach ekelhaft."

Die Baristas berichten von Kunden, die Brownies, Cake Pops und andere Lebensmittel in den Kaffee gemischt haben wollen. Ein ehemaliger Angestellter aus Beverly Hills gab, an, er habe schon Milchkaffees mit Banane und einen Café Latte mit sechs Espressi und fünf Schuss Haselnusssirup zubereiten müssen. "Die Leute denken, je mehr sie hinzufügen, desto ausgefallener sind sie. Aber es gibt einen Punkt, an dem die Qualität nachlässt", sagte er. "Ich kann mir nicht vorstellen, dass diese verrückten Kreationen schmecken." 

Absurde Zutatenlisten

Da alle enthaltenen Extras auf einem Etikett am Becher aufgelistet werden müssen, ist auf Social Media eine Art Wettbewerb um die längste Zutatenliste entbrannt, wie kürzlich schon die New York Post berichtete. Als Auslöser gilt demnach die Sonderbestellung eines Kunden namens Edward, über dessen 13 Extras eine Starbucksmitarbeiterin sich in einem viralen Beitrag aufgeregt hatte. Auf Twitter finden sich sogar Starbucks-Becher, auf denen zwei Dutzend und mehr Zutaten aufgelistet sind. Teilweise sind die Sonderwünsche so umfassend, dass gar nicht alle Zutaten in die vorgegebene Bechergröße passen. "Ich habe schon Frappuccinos gemacht, in denen buchstäblich kein Platz für Milch war", erzählte der ehemalige Barista aus Los Angeles dem Business Insider. "Die Individualisierung ist außer Kontrolle geraten."

Manche Gäste kämen auch mit Bildern aus dem Internet und stellten den Baristas die Aufgabe, diese nachzuahmen, berichtet ein Mitarbeiter. Leider seien viele der Bilder digital aufgehübscht. "Und dann haben sich die Leute wirklich aufgeregt, weil wir die Getränke nicht genau so machen können." 

Baristas im Stress

Ein Stressfaktor für die Mitarbeiter: Je ausgefallener die Sonderbestellung, desto länger dauert die Zubereitung. Starbucks ist aber eine Kette der Systemgastronomie, bei der Schnelligkeit groß geschrieben wird. Dafür sorgen normalerweise standardisierte Abläufe und Zubereitungen - das wird von den Kreativbestellungen torpediert.

Ein Starbucks-Sprecher sagte dem Business Insider dazu, ein Großteil der individuellen Getränkewünsche sei nicht kompliziert. Drei Viertel der Sonderbestellungen würden bis zu drei kleine Abänderungen vom Standardgetränk beinhalten. "Wir verlangen von unseren Baristas, dass sie den Kundinnen und Kunden ein angenehmes Erlebnis ermöglichen, egal wie die Bestellung aussieht. Wir gehen davon aus, dass die Zubereitung eines sehr individuellen Getränks länger dauert."

Quellen:Business Insider (deutsch) / Business Insider (englisch) / New York Post

bak

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