HOME

Steuern, Zoll, Versand: Shoppen im Internet – wenn das Schnäppchen im Netz zur Kostenfalle wird

Wer im Netz außerhalb der EU einkauft, entdeckt manch erstaunliches Schnäppchen. Händler in Fernost oder den USA machen zwar günstige Preise – doch für Verbraucher kann der Einkauf teuer werden. So müssen sie kalkulieren.

Kostenfalle Internet-Shopping

Onlineshopping kann schnell zur Kostenfalle werden

Getty Images

Lia Kurowski hatte von ihrer Freundin besondere Tarot-Karten zum Geburtstag bekommen. Die Karten wurden geordert, der Kaufpreis und die Kosten für den Versand von insgesamt 52 Euro von der Freundin übernommen - nun musste die Beschenkte nur noch auf das Paket warten. Als der Bote das Paket überreichen will, verlangt er abermals 38 Euro als "Zollbetrag", berichtet die Frau "Finanztest". "Ich habe überhaupt nicht verstanden, wofür ich bezahlen soll. Das ist total intransparent."

Das Problem: Für Ware, die aus dem nicht-europäischen Ausland stammt, kommen meist noch Zusatzkosten dazu. Einfuhrabgaben wie Steuerrn und Zoll sowie zusätzliche Gebühren für den Paketdienst. Doch die Händler klären häufig nicht über diese Kosten auf. Und die Kunden sind entsetzt, wenn Nachforderungen gestellt werden. 

Ob Zoll und Steuern fällig werden, hängt meist vom Bestellwert ab. Sehr günstige Waren, bei denen die Einfuhrumsatzsteuer unter fünf Euro liegt, rutschen durch. "Finanztest" rechnet vor: Bei einem T-Shirt, das 45 Euro kostet, müssen Kunden 8,55 Euro Steuern nachzahlen. Kostet das Shirt nur 24,50 Euro, liegen die Steuern bei 4,66 Euro - und der Kunde kommt steuerfrei davon.

Zoll, Steuern, Paketdienst kalkulieren

Ab einem Warenwert von 150 Euro wird auch der Zoll aktiv. Hier ist der gesamte Preis, also inklusive Versand, ausschlaggebend. Jede Ware hat einen bestimmten Zollsatz. So werden auf Schuhe aus Leder acht Prozent Zollabgabe fällig. Sind die Schuhe aus anderen Materialen gefertigt, sind es sogar 16,8 bis 17 Prozent. 

"Finanztest" bietet auch hier eine Beispielrechnung an: Für Markenschuhe aus Leder, die aus den USA geliefert werden, soll der Kunde 156,25 Euro bezahlen. Zusätzlich muss er aber acht Prozent Zoll (12,50 Euro) und 19 Prozent Einfuhrsteuern (32,06 Euro) einrechnen. Die Schuhe kosten am Ende 200,81 Euro. 

Der Rat der Experten: Berechnen Sie vor der Bestellung, wie teuer die Lieferung insgesamt wird. Dabei hilft ein Rechner von "Finanztest". Außerdem sollten Kunden genug Bargeld im Haus haben, wenn sie eine Lieferung aus dem Nicht-EU-Ausland erwarten - denn die Paketboten kassieren in bar an der Haustür.

Den gesamten Ratgeber und einen Zoll- und Steuerrechner finden Sie gegen Gebühr unter www.test.de.

kg