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STICHWORT: Die Stella Entertainment AG

Die Stella Entertainment AG ist mit sechs Theatern - davon je zwei in Hamburg und Stuttgart sowie je einem in Berlin und Bochum - Deutschlands größter Musicalbetreiber. Stella hat rund 1.550 Vollzeitbeschäftigte bundesweit und produziert Musicals auf der Basis von Lizenzen.

Die Uraufführung von »Emil und die Detektive« 2001 in Berlin war die erste Stella-Eigenproduktion im neuen Bereich Familienmusical. Eine Kooperation hat die Stella im Hamburger Operettenhaus mit dem Musical-Unternehmen Stage Holding GmbH, die in der Hansestadt sehr erfolgreich das Musical »Der König der Löwen« zeigt.

Die Stella war eines der wenigen Pionierunternehmen im Kulturbereich in Deutschland. Aus dem Nichts bauten zunächst Friedrich Kurz und später der Stuttgarter Rolf Deyhle ein Musicalimperium auf. Aus der Keimzelle »Cats« (Start 1986) auf der Hamburger Reeperbahn wurden acht Musicals in sechs Städten. Zur Zeit wird noch in Berlin (»Der Glöckner von Notre Dame«) und Hamburg (»Oh! What A Night« und »Emil und die Detektive« im Operettenhaus sowie »Mozart« in der Neuen Flora), Stuttgart (»Cats« und »Tanz der Vampire«) und Bochum (»Starlight Express«) gespielt. In den Glanzjahren bis Mitte der 90er Jahre fielen zunächst fette Gewinne ab. Seit der Premiere des Katzenmelodrams »Cats« im April 1986 besuchten mehr als 25 Millionen Menschen bis zum Jahr 2000 eine der rund 20.000 Stella-Musicalvorstellungen.

Im Juni 1988 wurde in Bochum Andrew Lloyd Webbers Rollschuh-Musical »Starlight Express« erstmals in deutscher Sprache aufgeführt. Wiederum in Hamburg hob sich im Juni 1990 zum ersten Mal der Vorhang für »Das Phantom der Oper« von Webber. Vier Jahr später erlebte Stuttgart die deutschsprachige Erstaufführung des Musicals »Miss Saigon«. Die Liebesgeschichte lief im Dezember 1999 aus und wurde 2000 durch »Tanz der Vampire« abgelöst. Berlin zeigt seit 1999 im neuen Musicaltheater am Potsdamer Platz Disneys »Der Glöckner von Notre Dame«. Die Duisburger Inszenierung von »Les Miserables« wurde ebenso abgesetzt wie Webbers Musical »Joseph« in Essen.

Der Stuttgarter Immobilien- und Medienunternehmer Rolf Deyhle war seit 1991 Alleininhaber von Stella mit rund 50 Tochterfirmen und zahlreichen Musiktheatern. Nach ersten großen Erfolgen änderte sich allerdings der Markt. Der Stella-Anteil am Musicalmarkt fiel - gemessen an den Sitzplätzen - von 100 auf gut 50 Prozent. 1998 waren die Musicals mit rund 3,6 Millionen Besuchern nur zu 78 Prozent ausgelastet, nach 86 Prozent im Jahr davor. Der Konzern wurde im Juli 1998 wegen finanzieller Schwierigkeiten Deyhles aus dessen Unternehmensgruppe herausgelöst, 1999 wurde die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt.

Am 1. April 2000 übernahm die Deutsche Entertainment AG von Peter Schwenkow (DEAG, Berlin) durch ihre 100-prozentige Tochter Broadway Musical Management GmbH die profitablen Teile der alten Stella AG. Ein Teil des Kapitals der Stella Entertainment AG ist auch an der Börse notiert.