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Stiftung Warentest prüft Apotheken: Billige Versandapotheken beraten auch nicht schlechter

Stiftung Warentest hat 38 Vor-Ort- und Versandapotheken gegeneinander antreten lassen. Ergebnis: Beide Gruppen leisteten sich bei der Beratung etwa gleich viele Patzer. Unterschiede gab es dennoch.

Medikamente dürfen in Deutschland nur von Apotheken ausgegeben werden, damit die Kunden beim Kauf von Fachleuten beraten werden. Doch um diese Beratung ist es offenbar nicht besonders gut bestellt. In einem aktuellen Vergleich stellt die Stiftung Warentest den deutschen Apotheken ein dürftiges Zeugnis aus. Nur acht der 38 getesteten Apotheken beraten ihre Kunden "gut", zehn waren gerade noch "ausreichend", eine "mangelhaft".

Bemerkenswert ist vor allem, dass die Versandapotheken nicht schlechter abschnitten als die klassischen Vor-Ort-Einrichtungen. Mit den Anbietern "Deutsche-internet-apotheke.de", "Medpex.de", "Aponeo.de" und "Versandapo.de" schnitten vier von 17 Versandapotheken "gut" ab. Unter den 21 getesteten stationären Pharmazien waren ebenfalls nur vier "gut". Das einzige "mangelhaft" im Test erhielt der Versender "zurrose.de". Alle Versandapotheken werden von Vor-Ort-Apotheken betrieben und sind ebenfalls zur Beratung verpflichtet.

Unterschiedliche Schwächen

Bei der Beratung der Kunden offenbarten Online- und Offline-Anbieter unterschiedliche Schwächen. Zu möglichen Gefahren durch Wechselwirkungen verschiedener Medikamente klärten die Versandapotheken insgesamt besser auf. Das kann im Extremfall lebenswichtig sein: In einer Testaufgabe mussten die Apotheker darauf hinweisen, dass die Einnahme von Johanniskraut die Wirkung eines Blutverdünners verringert, der gegen Herzinfarkt und Schlaganfall schützt. Fast die Hälfte der Apotheken warnte nicht deutlich vor dem Risiko.

Die Apotheken vor Ort drückten sich dagegen seltener davor, Rezepturen herzustellen, wozu eigentlich alle Apotheken verpflichtet sind. Außerdem berieten sie umfassender und solider zu rezeptfreien Arzneien. Günstiger gibt es die nicht-preisgebundenen Artikel allerdings online: Bei rezeptfreien Medikamenten fanden die Tester Sparpotenziale von 25 bis 50 Prozent.

Den kompletten Test gibt es gegen Gebühr auf www.test.de

bak