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Pläne für Netzausbau: So werden die neuen Stromtrassen verlaufen

Beim Ausbau des Stromnetzes soll es trotz Protesten in Bayern bei drei großen Trassen in den Süden bleiben. Nur kleinere Leitungen werden gestrichen. So sieht es der neue Plan der Netzbetreiber vor.

Unter Berücksichtigung zahlreicher Stellungnahmen und neuer Berechnungen haben die vier deutschen Netzbetreiber am Dienstag einen zweiten Entwurf für die geplanten neuen Stromtrassen vorgelegt. Dieser bestätige den hohen Stromübertragungsbedarf zwischen Nord- und Süddeutschland und damit auch die im Bundesbedarfsplan bereits vorgesehenen Stromautobahnen, erklärten die Netzbetreiber 50 Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW in Berlin. Allerdings solle der Trassenverlauf in einigen Regionen leicht geändert werden.

Die Zunahme von Windkraftanlagen in Norddeutschland ist nach Angaben der Netzbetreiber weiterhin der wichtigste Grund für den Netzausbau. Allerdings habe es durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) Änderungen bei der regionalen Verteilung von Windkraft gegeben. Im Vergleich zum ersten Entwurf des Netzentwicklungsplan nehme vor allem im Nordosten die Zahl der Windkraftanlagen zu. Deshalb soll die geplante Gleichstrompassage Süd-Ost zwischen Sachsen-Anhalt und Bayern nach Norden verlängert werden. Sie soll künftig in Wolmirstedt bei Magdeburg enden statt in Lauchstädt bei Halle. Im Süden soll sie nun nicht mehr in Meitingen bei Augsburg enden, sondern in Grundremmingen. Diese Trasse wurde von der bayerischen Landesregierung wiederholt in Frage gestellt.

Entwurf muss noch geprüft werden

Auch bei der Leitung in der Mitte Deutschlands ändert sich der südliche Endpunkt östlich von Stuttgart leicht: Sie soll nun bei Wendlingen statt in Goldshöfe aufhören. Auf eine Reihe kleinerer Leitungen kann dem zweiten Entwurf zufolge verzichtet werden, darunter die Leitungen von Borken nach Gießen, von Lüstringen nach Gütersloh und von Wolmirstedt nach Klostermansfeld. In voller Länge notwendig sei hingegen die Leitung Vieselbach-Mecklar, erklärten die Netzbetreiber.

Der zweite Entwurf des Netzentwicklungsplans wird nun von der Bundesnetzagentur noch einmal auf seine energiewirtschaftliche Notwendigkeit geprüft und dann erneut öffentlich zur Diskussion gestellt. Der Dialog mit betroffenen Bürgern und Gemeinden sei ihnen sehr wichtig, betonten die vier Übertragungsnetzbetreiber angesichts der teilweise massiven Proteste gegen die geplanten Hochspannungsleitungen. Durch den Dialog und einen transparenten Prozess solle sichergestellt werden, dass "Trassenverläufe gefunden werden, die Auswirkungen auf Wohnumfeld, Landwirtschaft und Naturschutz möglichst gering halten".

ivi/AFP / AFP