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Filialschließungen: Subway in der Krise: Warum der Konzern seine eigenen Restaurants verklagt

Die Fastfoodkette Subway steckt in der Krise und muss Filialen schließen. In den USA geht der Konzern offenbar sogar mit juristischen Mitteln gegen die eigenen Franchise-Filialen vor.

Subway

Subway schließt viele Filialen

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Mit rund 40.000 Restaurants in über 100 Ländern ist Subway die größte Fastfoodkette der Welt. Doch nach der rasanten Expansion Anfang der 2000er Jahre liefen die Geschäfte für den Sandwichriesen zuletzt nicht mehr rund. Ausgerechnet im Heimatmarkt USA werden massenweise Filialen geschlossen. 2018 machten dort mehr als 1000 Filialen dicht, rund 24.000 sind es noch.

Statt auf Wachstum durch immer neue Filialen setzt Subway nun auf weniger und dafür profitablere Standorte. Hauptziel des Konzerns sei es, die Gästezahlen und Profite der einzelnen Franchisenehmer zu steigern, kommentierte Subway die Filialschließungen Anfang Mai.

Jahrelang fuhr der Konzern die Strategie, Franchisenehmern das Eröffnen neuer Läden so einfach wie möglich zu machen. Doch die nehmen sich nun teilweise gegenseitig die Kunden weg. Daher versucht Subway in den USA mittlerweile offenbar sogar, Restaurantbesitzer mit juristischen Mitteln wieder aus dem Markt zu drängen.

Subway: Hunderte Verfahren gegen Franchisenehmer

Laut einem Bericht der "New York Post" überzieht die Zentrale die eigenen Franchisenehmer reihenweise mit Verfahren wegen vermeintlicher Verstöße gegen die Lizenzbedingungen. Dem Bericht zufolge hat die Zentrale allein im vergangenen Jahr 718 Verfahren gegen US-Franchisenehmer eingeleitet, 2017 waren es sogar 955. Das seien mehr Konflikte als bei den ebenfalls als Franchise organisierten Konkurrenten McDonald's, Burger King, Dunkin' Donuts, Pizza Hut und Wendy's zusammen.

Wer einen Subway eröffnet, muss ein mehr als 700-seitiges Handbuch einhalten, in dem enge Vorgaben für alles Mögliche gemacht werden. Dieses Handbuch nutze der Konzern, um bei monatlichen Inspektionen auf Jagd nach Verstößen zu gehen, berichtet die Post mit Verweis auf Betroffene sowie Gerichtsunterlagen.

Probleme kann es für unliebsame Franchisenehmer offenbar schon bei kleinen Verstößen geben. Der Anwalt eines betroffenen Franchisenehmers aus Ohio berichtet, bei seinem Klienten sei beanstandet worden, dass einige Gläser Flecken aufwiesen und im Hinterzimmer Jacken und Handtaschen herumlagen. Ein andere Betroffener berichtet, die Inspektoren hätten beanstandet, dass er das Gemüse falsch geschnitten habe.

Eine Sprecherin von Subway erklärte der Post, die monatlichen Inspektionen sicherten "den hohen Standard, der von uns und unseren Gästen erwartet wird". Wenn ein Restaurant die Anforderungen nicht erfülle, unternehme die Marke zunächst "alle Anstrengungen, um die Probleme mit dem Franchisenehmer zu lösen".

In Deutschland stellt sich die Situation für die Marke offenbar weniger kritisch dar - wenn auch auf deutlich niedrigerem Niveau. "Die Entwicklung von Subway in Deutschland verläuft seit Jahren durchwegs erfreulich", sagt Deutschlandchef Hans Fux. Im Jahr 2018 seien 33 neue Standorte eröffnet worden. Aktuell gebe es hierzulande über 690 Filialen, die von mehr als 360 Franchisenehmern betrieben werden.

Quellen: New York Post / CNN 

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