HOME

Massenhafte Schließungen: Die Menschen gehen nicht mehr zu Subway – das ist der Grund

Lange war der Fastfoodriese Subway für frische Sandwiches unschlagbar am Markt. Jetzt strauchelt das Unternehmen im Heimatmarkt - aus mehreren Gründen. 

Einst galt das -Sandwich als die gesündeste Wahl für Fastfood: Ein Veggie-Delite mit Honig-Senf-Dressing und Cookie kommen nur auf 468 Kilokalorien. Eine gute Mahlzeit mit zumeist frischen Zutaten und viel Gemüse. Doch das zweitgrößte Fastfood-Unternehmen Deutschlands gerät ins Straucheln. Zumindest im Heimatmarkt USA.

Übersättigt sind die Konsumenten, die größte Restaurantkette der Welt ist nicht mehr hip. Die Menschen sehnen sich nach gesünderem und frischerem Essen, das können Konkurrenten durchaus bieten. Dieses Jahr werden deshalb Filialenschließungen erwartet, das berichtet der "Business Insider". 

Allein 2017 mussten bereits 909 Läden in den schließen. Das sind beinahe dreimal so viele Standorte wie im Jahr zuvor. In den USA hat Subway 25.835 Filialen, 2016 waren es noch 26.744, wie ein Sprecher des Unternehmens angab. Diese Tendenz soll sich über die Jahre noch verschlechtern.

Die Filialen sind nicht profitabel

Der "Business Insider" hat mit drei Franchiseunternehmern aus verschiedenen Regionen der USA über den Zustand der Fastfoodkette gesprochen. Sie alle erwarten in diesem Jahr schlechte Nachrichten. Zum einen berief sich ein Unternehmer auf interne Konversationen. Er schätze, dass etwa ein Drittel der Filialen nicht profitabel seien. Die "New York Post" berichtete, dass der Umsatz von Subway in den vergangenen fünf Jahren um 25 Prozent gefallen sei. Subway hat sich für dieses Jahr vorgenommen, "die Märkte neu zu ordnen, um sicherzugehen, dass die Subway-Filialen an den richtigen Standorten sind".

Es scheint als würde der massive Probleme haben. Zudem könne Subway nicht mit den Trends der vergangenen Jahre mithalten, sagen Experten und Insider. Zwar verkaufe sich Subway immer noch als frische, gesunde Alternative zu Ketten wie Burger King oder McDonald's. Damit ist es aber schon längst vorbei. Eine US-Franchiseunternehmerin gibt gegenüber dem "Business Insider" an, dass früher noch täglich lokale Produkte bestellt wurden. Heute werden die Zutaten nur noch einmal pro Woche geliefert, zweimal, wenn die Verkaufszahlen gut sind. Darunter leidet die Qualität und die Frische, die für Verbraucher heutzutage wieder wichtiger wird.

Schon vor anderthalb Jahren hat sich ein britischer Mitarbeiter anonym bei der Plattform Reddit über die Qualität ausgelassen. Er riet davon ab, Hühnchen bei der -Kette zu essen. Das Fleisch liege zu lang in der Auslage.

+++ Lesen Sie hier, warum ein Subway-Mitarbeiter vom Hühnchen bei Subway abrät: "Subway-Mitarbeiter: Deshalb sollte man kein Hühnchen bei Subway essen" +++


Millennials sind ein Problem

Fastfoodketten haben es vor allem bei den Millennials schwer, die sich gerade die Lebensmittel zurückerobern. "Es geht um die Sehnsucht, mit gutem Gewissen wieder genießen zu können. Lebensmittelqualität ist Lebensqualität", sagt Ernährungsexpertin Hanni Rützler in einem Interview mit dem stern. Die Generation Y möchte Informationen rund um Lebensmittel. Sie entwickeln ein Bewusstsein dafür, woher Lebensmittel kommen und wie sie hergestellt werden. Und sie essen lieber wenig, dafür teureres Fleisch aus artgerechter Haltung. Die Lebensmittelindustrie muss auf die Nachfrage reagieren. Etwas, was Subway bislang verschlafen hat. Zumindest in den USA.

In Deutschland sieht der Markt für Subway nämlich ganz anders aus. Hatte das Unternehmen vor allem Probleme Anfang der 2000er Jahre, wächst der Fastfoodriese seit 2011 kontinuierlich. Zwar wurde die Zielmarke von 1500 Filialen in Deutschland nie erreicht, mit 672 Filialen (Stand: 2017) hält sich Subway aber solide am deutschen Markt. Auch hinsichtlich der Qualität soll es in Deutschland keine Probleme geben, das sagte zumindest ein Sprecher von Subway gegenüber dem stern. Ein Subway-Manager aus Deutschland bezeichnete in einer Fragerunde bei Reddit die Fleischqualität - abgesehen vom Hühnchenfleisch, das aus Thailand bzw. Brasilien kommen soll - in Deutschland sogar als hervorragend, da zum Beispiel die Wurstwaren von der Metzgerei Nocker aus Kaufbeuren in Bayern stammen sollen.

Das Geschäft des Fastfoodriesen bleibt weiterhin spannend. Passt das Unternehmen sich aber nicht dem Zeitgeist und dem Qualitätsbewusstsein an, werden vermutlich auch in die Filialen langfristig schließen müssen. Ein Franchisenehmer aus den USA sieht eine eher düstere Zukunft vor sich, wie er dem "Business Insider" sagt: "Ich denke, wir erreichen unsere Zielgruppe und die Menschen generell nicht mehr."