Südamerika Neues Handelsabkommen in Lateinamerika


Bolivien, Kuba und Venezuela wollen einen neuen Handelsvertrag unterschreiben, der in Konkurrenz mit dem Freihandelsabkommen der USA treten soll. Bolivien drohte indes mit dem Austritt aus der Andengemeinschaft CAN.

Die linksorientierten Präsidenten von Bolivien, Kuba und Venezuela wollen einen Konkurrenzvertrag zu den Freihandelsabkommen der USA mit lateinamerikanischen Ländern unterschreiben. "Am Freitag werden wir die Produkte, Mengen und andere Einzelheiten festlegen", sagte Boliviens Planungsminister Carlos Villegas. Das Land drohte zudem, aus Protest gegen die geplanten Freihandelsabkommen aus der Andengemeinschaft CAN auszutreten.

"Handelsvertrag der Völker"

Villegas zufolge wollen die Staatschefs am Samstag in Havanna den neuen "Handelsvertrag der Völker" unterschreiben. Der geplante Konkurrenzvertrag wäre eine Erweiterung der ALBA - einer bestehenden Kooperation zwischen Venezuela und Kuba, die den Aufbau einer Wirtschaftsgemeinschaft zum Ziel hat. Venezuelas Präsident Hugo Chavez zufolge basiert ALBA auf zusätzlichem Handel und Zusammenarbeit zwischen den Ländern. Bolivianische Regierungsbehörden hoffen eigenen Angaben zufolge auf einen Handelszuwachs. So habe sich Venezuela verpflichtet, große Mengen an Soja zu kaufen, dem größten Exportprodukt Boliviens.

Kurz zuvor hatte Boliviens Wirtschaftsminister bereits erklärt, sein Land werde möglicherweise aus der CAN austreten, sollten die Mitglieder des Wirtschaftsblocks Peru, Kolumbien und Ecuador weiterhin Freihandelsverträge mit den USA anstreben. Chavez hatte vor wenigen Tagen den gleichen Schritt angekündigt.

Die von den USA initiierten Abkommen werden auch von Boliviens Präsident Evo Morales und dem Kubaner Fidel Castro abgelehnt, weil sie ihrer Meinung nach die lateinamerikanischen Volkswirtschaften einem unfairen Wettbewerb aussetzen würden. Die Politiker verweisen zum Beispiel auf die subventionierten Agrarprodukte aus dem Norden. Die US-Regierung dagegen argumentiert, die Abkommen brächten Lateinamerika mehr Auslandsinvestitionen und damit neue Arbeitsplätze.

Reuters Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker