T-Online-Fusion Telekom muss Aktionären mehr zahlen


Niederlage vor Gericht für die Deutsche Telekom: Der Telekommmunikationsriese hat den Aktionären der früheren Konzerntochter T-Online bei der Wiederverschmelzung mit der Internetsparte zu wenig Geld gezahlt. Jetzt sind 200 Millionen Euro Nachschlag fällig. Zudem kommen nach der Tarifeinigung höhere Lohnkosten auf den Konzern zu.

Die Aktionäre der früheren Telekom-Tochter T-Online erhalten einen Nachschlag von insgesamt 200 Millionen Euro für ihre eingezogenen Aktien zahlen. Das Frankfurter Landgericht legte am Freitag eine Quote von 1,15 Euro pro Aktie fest, den die Telekom zahlen muss. Hinzu kommen aufgelaufene Zinsen.

T-Online war im Jahr 2000 als eigenständige Aktiengesellschaft an die Börse gebracht und nach sechs Jahren gegen den Willen vieler Anleger wieder mit dem Mutterkonzern verschmolzen worden. Die Mehrheitseigentümerin Telekom hatte den Aktionären zunächst freiwillig bis zum Februar 2005 pro T-Online-Aktie 8,99 Euro angeboten und später einen Aktientausch durchgesetzt.

Gegen die ihrer Meinung nach zu niedrige Abfindung der Telekom hatten insgesamt fast 60 Aktionäre, Aktionärsgruppen und Anlegerschützer geklagt.

Einigung im Tarifstreit

Unterdessen haben sich im Tarifstreit bei der Deutschen Telekom beide Seiten in der Schlichtung mit Vermittler Henning Voscherau geeinigt. "Diese Einigung war schwierig", sagte Voscherau in Berlin. Man habe "drei lange und zwei Nächte" intensiv verhandelt. Ergebnis sei eine Schlichtungsempfehlung, hinter der alle Beteiligten stünden. Der Kompromiss mit 24 Monaten Laufzeit sieht im ersten Jahr 3 Prozent und im zweiten Jahr 2,5 Prozent mehr Geld vor.

Hamburgs früherer Erster Bürgermeister hatte nach dem Scheitern der Tarifgespräche für rund 50.000 Beschäftigte vor zwei Wochen seine Schlichtungsbemühungen aufgenommen. Die Gewerkschaft Verdi war mit der Forderung nach 8,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber 220 Euro Plus im Monat, in die Auseinandersetzung gegangen.

DPA/AP AP DPA

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