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Tarifstreit: Telekom und Verdi einigen sich

Nach tagelangen Verhandlungen und wochenlangen Streiks haben Telekom und Verdi ihren Tarifstreit beigelegt: 50.000 Stellen werden ausgelagert, die Beschäftigten bekommen weniger Lohn. Dafür verzichtet die Telekom auf Kündigungen bis 2012.

Die Telekom und die Gewerkschaft Verdi haben sich auf einen Kompromiss über die Auslagerung von 50.000 Stellen zum 1. Juli in eigenständige Service-Gesellschaften geeinigt. Das gaben Verdi-Vorstand Lothar Schröder und Telekom-Personalvorstand Thomas Sattelberger in Bad Neuenahr bekannt.

Demnach soll das Einkommensniveau in den neuen Servicegesellschaften um 6,5 Prozent sinken, die Arbeitszeit soll ohne Lohnausgleich um vier Stunden auf 38 Wochenstunden ansteigen. Der Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen wurde auf 2012 verlängert. "Wir haben den finanziellen Zielkorridor unseres Sparprogramms ordentlich getroffen", sagte Sattelberger.

Eine halbe Stunde der Mehrarbeit ist für Qualifizierung vorgesehen. Von den verbleibenden 3,5 Stunden erwartet sich die Telekom laut Sattelberger "einen kräftigen Produktivitätszuwachs". Der Samstag wird Regelarbeitszeit und soll zu einem Kundendienst-Tag werden. Die Einigung spart dem Konzern nach eigenen Angaben Kosten im dreistelligen Millionenbereich.

Die Reduzierung der Gehälter soll aus Mitteln eines eigens dafür gebildeten Topfes, ähnlich einem Sozialplan, über einen Zeitraum von 42 Monaten stufenweise sozialverträglich abgefedert werden. Die Einstiegsgehälter werden gesenkt und liegen künftig zwischen 21.400 und 23.200 Euro pro Jahr. Die Einigung wurde kurz vor in der Nacht zum Mittwoch erzielt. Schröder sprach von einem Kompromiss, "der gewiss nicht leicht fällt".

Verdi hatte fast sechs Wochen gegen die Pläne der Telekom-Führung gestreikt. Die große Tarifkommission hat in Köln entschieden, dass der Arbeitskampf nun auch formal beendet ist.

AP / AP