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Whistleblower: Irre Vorwürfe gegen Tesla: Drogenschmuggel und Dauerüberwachung in Batterie-Fabrik

Ein Whistleblower erhebt harte Vorwürfe gegen Tesla: Ein mexikanisches Kartell soll über eine Batterie-Fabrik des Autobauers im großen Stil Drogen geschmuggelt haben. Und dann sind da noch die Überwachungs-Vorwürfe. Elon Musk hält dagegen.

Tesla Elon Musk

Tesla-Chef Elon Musk bezeichnet die Vorwürfe als "Nuts"

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Von Tesla ist man ja durchaus einiges gewohnt. Dank seines zuweilen exzentrischen Bosses Elon Musk ist der Autobauer immer wieder in den Schlagzeilen. Der ehemalige Sicherheitschef einer Tesla-Fabrik schafft es nun trotzdem, weit über das übliche Maß an Verrücktheit hinauszuschießen - und erhebt als regelrecht bizarre Vorwürfe gegen den Konzern.

Karl Hansen war bis Juli bei Tesla als Sicherheitsmanager einer Batterie-Fabrik angestellt, berichtet der Auto-Blog "Jalopnik". Die Zustände dort meldete er nun über einen Anwalt der US-Handelsaufsicht. Er beschreibt Abenteuerliches. Seinen Ausführungen zufolge meldete sich die Drogen-Fahndung DEA und das örtliche Sheriff-Büro bei dem Konzern, weil man einen Schmuggelring in der Fabrik untersuche. Ein mexikanisches Kartell solle demnach über Mitarbeiter der Fabrik Kokain und Methylamphetamin - also "Meth - in "nicht unerheblichem Maßstab" über die Grenze geschmuggelt haben. 

Vertuschte Diebstähle und überwachte Mitarbeiter

Laut Hansens Beschwerde bei der Handelsaufsicht habe der Konzern die Vorwürfe aber kaum ernst genommen und auch nicht hinreichend untersucht. Auch an anderer Stelle habe Tesla seinem Bericht zufolge lieber weggeschaut: Als Anfang des Jahres Kupferdrähte und andere Materialien im Wert von 37 Millionen Dollar verschwanden, sei er angewiesen worden, das nicht weiter zu untersuchen, so Hansen - und den Fall auch nicht den Behörden zu melden. Würde das stimmen, hätte der Konzern den Diebstahl zu vertuschen versucht.

An anderer Stelle soll der Konzern aber deutlich neugieriger gewesen sein. Das Sicherheits-Team sei irgendwann von ehemaligen Uber-Mitarbeitern übernommen worden. Tatsächlich wurde denen schon bei dem umstrittenen Fahrdienst vorgeworfen, Konkurrenten ausspioniert zu haben. Bei Tesla sollen sie dagegen Mitarbeiter mit Kameras und Mikrofonen überwacht und damit gegen Arbeitsschutzgesetze verstoßen haben, behauptet Hansens Bericht.

Das sagen Tesla und DEA

Tesla hat inzwischen auf die Vorwürfe reagiert. Man habe Hansens Vorwürfe sehr ernst genommen, als er sie dem Konzern gemeldet habe, schrieb ein Sprecher gegenüber "Buzzfeed". "Einige stellten sich aber schlicht als falsch heraus. Andere ließen sich nicht hinreichend belegen." Hansen habe nur eine anonyme Quelle genannt. Versuche, weitere Informationen zu den Vorwürfen und seinen Untersuchungen von ihm zu bekommen, habe er abgeblockt. "Es erscheint merkwürdig, dass Herr Hansen angibt, sich Sorgen um die Vorkommnisse im Unternehmen zu machen, dann aber verweigert über seine vermeintlichen Informationen dazu zu sprechen", so der Konzern.

Auch die Drogenfahndung DEA lässt die Vorwürfe nicht in einem besseren Licht erscheinen. Generell würden nur Strafverfolgungsbehörden über Ermittlungen informiert und nicht private Personen oder Firmen, sagte die Behörde "Buzzfeed". Eine Meldung an Tesla, wie Hansen sie beschreibt, könnte es demnach gar nicht geben. Das Sheriff-Department wollte eine Ermittlung weder bestätigen noch ausschließen.

Musk schlägt zurück

Elon Musk hat sich mittlerweile persönlich zu Hansen geäußert. "He is super nuts" ("er ist total verrückt"), schrieb er in einer Twitter-Nachricht an den Techblog "Gizmodo". Statt des Wortes "Nuts" benutzte er ein Erdnuss-Emoji. Und weiter: "Er sagt gleichzeitig, dass unsere Sicherheit Mist ist (Sie ist nicht großartig, aber ich bin sehr sicher, dass wir nicht Teil des Sinaloa Cartels sind) und dass wir umwerfende Spionagefähigkeiten haben. Das schließt sich gegenseitig aus."

Bemerkenswert sind Hansens Vorwürfe vor allem, weil er sie offiziell gegenüber der Handelsaufsicht SEC eingereicht hat. Sein Anwalt vertritt schon einen weiteren Tesla-Whistleblower. Der hatte im Frühjahr angeprangert, dass der Autokonzern alte und teils fehlerhafte Batterien in Neuwagen verbaut hatte. Tesla hatte ihm danach Sabotage vorgeworfen.

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