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Thomas Cook und Tui: Aschewolke lässt Reisekonzerne in rote Zahlen rutschen

Mitten in der Hauptreisesaison müssen die beiden größten Touristikkonzerne schlechte Zahlen verkünden. Die Aschewolke des isländischen Vulkans Eyafjalljökull und weniger Urlaubsbuchungen ließen sowohl bei Tui als auch bei Thomas Cook die Gewinne schrumpfen.

Die Aschewolke über Europa nach dem Vulkanausbruch auf Island hat die Gewinne von Reisekonzernen im Frühsommer deutlich belastet. Der britische Tourismusriese Thomas Cook schätzt den Gesamtschaden durch die Wolke für sein Geschäft auf 81,9 Millionen britische Pfund (rund 98 Millionen Euro), wie das Unternehmen am Mittwoch in London mitteilte. Insgesamt habe das Unternehmen im Quartal von April bis Juni einen Verlust von 116,6 Millionen Pfund eingefahren. Thomas Cook gehörte bis zum vergangenen Jahr mehrheitlich dem insolventen Karstadt-Mutterkonzern Arcandor.

Containersparte rettet Tui

Auch beim Touristik- und Schifffahrtskonzern Tui belastete der Vulkanausbruch spürbar das Ergebnis, wie das Unternehmen mitteilte. Aber auch das zurückhaltende Buchungsverhalten der Verbraucher infolge der Wirtschafts- und Finanzkrise habe sich für Tui weiterhin negativ ausgewirkt. Das Vorsteuerergebnis in der Reisesparte Tui Travel sank im Quartal von April bis Juni von 98 Millionen Euro auf 93 Millionen Euro. Im dritten Quartal habe der Konzern einen Verlust von 36,3 Millionen Euro erwirtschaftet, nach einem Minus von fast 457 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz fiel um vier Prozent auf vier Milliarden Euro.

Die Schieflage von Hapag-Lloyd hatte das Unternehmen 2009 tief in die Verlustzone gerissen. Tui musste die 43-Prozent-Tochter mit Millionendarlehen vor dem Untergang retten. Mit dem anziehenden Welthandel und höheren Preisen für Transporte fährt Hapag Lloyd jetzt wieder in die Gewinnzone. Im Gesamtjahr wolle der Konzern schwarze Zahlen schreiben, hieß es. Denn sowohl die Hotelsparte als auch die Kreuzfahrttochter erwarteten bessere Buchungen in den Sommermonaten.

swd/AFP/DPA/APN / DPA