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Toilettenpapier und Co. Bei diesen Produkten gibt es aktuell wieder Hamsterkäufe

Sehen Sie im Video: Hamsterkäufe gehen wieder los: Nicht nur Klopapier ist jetzt wieder gefragt.
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Zweite Hamsterwelle: Wie schon im Frühjahr decken sich die Verbraucher mit bestimmten Hygieneartikeln und Lebensmitteln ein. Amtliche Daten zeigen, bei welchen Produkten die Nachfrage nach oben schießt. Grund zur Panik gibt es aber nicht.

Die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen verleiten Verbraucher wieder vermehrt zu Hamsterkäufen. Die Nachfrage nach bestimmten Hygieneartikeln und Lebensmitteln sei zuletzt "teils deutlich gestiegen", teilte das Statistische Bundesamt mit, das am Donnerstag eine aktuelle Sonderauswertung der Absatzzahlen veröffentlichte.

Gefragt sind demnach vor allem die Produkte, auf die es schon bei der ersten Welle im Frühjahr einen Run gegeben hatte. So lag die Nachfrage nach Toilettenpapier in der Kalenderwoche 42 (12. bis 17. Oktober) rund 90 Prozent über dem Durchschnittswert aus Vor-Corona-Zeiten. Das ist ein sprunghafter Anstieg: Zwei Wochen zuvor (in KW40) war sogar noch weniger Toilettenpapier als üblich verkauft worden (-3,7 Prozent). Auch die Nachfrage nach Desinfektionsmittel (plus 72,5 Prozent) und Seife (plus 62,3 Prozent) stieg in der vergangenen Woche stark an. Bei Lebensmitteln besonders gefragt waren Reis (plus 53,3 Prozent), Hefe (34,8 Prozent) und Mehl (plus 28,4 Prozent).

Vergleichswert für die Zahlen ist der Vor-Corona-Zeitraum von August 2019 bis Januar 2020. Für die Auswertung wurden digital verfügbare Kassendaten von Filialen aus dem gesamten Bundesgebiet herangezogen. Wegen der geringen Anzahl von betrachteten Filialen seien die Daten nur eingeschränkt repräsentativ für das Kaufverhalten in Deutschland, teilte das Statistische Bundesamt mit.

Tabelle: Produkte mit erhöhten Absatzzahlen

Produkt

KW41

KW42

Toilettenpapier

+21,4%

+89,8%

Desinfektionsmittel

+52,5%

+72,5%

Seife

+29,6%

+62,3%

Reis

+10,4%

+53,3%

Hefe

+15,2%

+34,8%

Mehl

-1%

+28,4%

Quelle: destatis; eigene Darstellung

Kein Grund zur Panik

Die Verkaufszahlen für die genannten Produkte erreichen aktuell aber noch nicht die Höhen der ersten Hamsterkaufwelle im Frühjahr, als zeitweise Bilder von leeren Supermarktregalen für Aufregung sorgten. Die großen Handelsketten sprechen derzeit nur von einer vereinzelt höheren Nachfrage.

Zudem betonten verschiedene Handelsketten in den vergangenen Tagen, man sei besser vorbereitet und werde nicht noch einmal so überrascht werden, wie im Frühjahr. "Wir haben die Lagerbestände stark aufgebaut, so dass wir schnell und flexibel reagieren können", sagte etwa dm-Geschäftsführer Sebastian Bayer dem WDR. Und der Toilettenpapierhersteller Fripa erklärt, Deutschland sei mit Hygienepapier sehr gut versorgt, die Lieferketten funktionierten. "Es wird keine Unterversorgung geben, solange sich der Verbraucher normal verhält", sagte Fripa-Verkaufsleiter Jürgen Fischar der DPA.

Das Statistische Bundesamt verweist in seiner Meldung ebenfalls darauf, dass Politik und Wirtschaftsverbände die Versorgungslage mit Gütern des täglichen Bedarfs als gesichert ansähen und an die Bevölkerung appellierten, von Hamsterkäufen abzusehen.


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