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Tote Leitung, lange Wartezeiten: Probleme beim Telefonanbieterwechsel häufen sich

Der Wechsel des Telefonanbieters sollte seit Mai 2012 leicht sein - doch tatsächlich gingen bei der Bundesnetzagentur Tausende Beschwerden ein. Die Grünen kritisieren, die Behörde greife nicht durch.

Trotz verbesserter Kundenrechte gibt es beim Telefonanbieterwechsel immer noch Beschwerden in Tausenden von Fällen. Die Bundesnetzagentur schritt deswegen vom 1. Juni 2012 bis Ende Juni dieses Jahres in 4048 Fällen gegen Anbieter ein, wie ein Sprecher der Behörde in Bonn einen Bericht der "Ruhr Nachrichten" bestätigte.

Seit Mai des vergangenen Jahres haben Telefonkunden deutlich mehr Rechte: Wer zu einem anderen Telefonanbieter wechselt, darf maximal einen Kalendertag ohne Anschluss dastehen.

Nimmt ein Verbraucher seine Rufnummer zum neuen Anbieter mit, darf diese ebenfalls höchstens einen Tag lang nicht erreichbar sein. Handykunden dürfen ihre Nummer seitdem auch vor Ablauf ihres alten Vertrages zu einem neuen Anbieter mitnehmen.

Entscheidenderes Eingreifen wird gefordert

Die Vize-Chefin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Bärbel Höhn, fordert ein entschiedeneres Eingreifen der Netzagentur und kritisiert: "Es gibt immer noch so viele Beschwerden, weil die Bundesnetzagentur nicht richtig bei den Anbietern durchgreift und Bußgelder auf breiter Front verhängt", sagte sie den "Ruhr Nachrichten". Die Netzagentur habe "noch die Samthandschuhe an". Telefonunternehmen seien "oft nicht die schnellsten, weil ihnen keiner im Nacken sitzt". Leidtragende seien die Verbraucher.

Ein Sprecher der Netzagentur sagte der Zeitung, wenn ein Kunde seinen Festnetz-Anbieter wechseln wolle, müssten die Anbieter miteinander kommunizieren. "Da das elektronische Verfahren dafür noch nicht eingeführt ist, müssen die Daten manuell ausgetauscht werden. Dabei gibt es manchmal Probleme."

sih/AFP / AFP
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