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TOURISMUS: Thomas Cook zieht's nach Asien

Europas zweitgrößter Touristikkonzern Thomas Cook plant auch in Asien den Einstieg ins Pauschalreisegeschäft und will dazu eigene Reiseveranstalter aufbauen.

Dafür sollten in den nächsten zwei Jahren zunächst in Indien und China eigene Veranstalter aufgebaut werden, so der Vorstandsvorsitzende Stefan Pichler am Rande der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin. »Das ist ein gigantischer Wachstumsmarkt.«

Frankreich lockt

Auch in Frankreich plant die bereits mit der Reisebürokette Havas Voyages vertretene Lufthansa-Karstadt-Tochter mit der Hauptmarke Neckermann den Aufbau eines größeren eigenen Veranstalters. Im drittgrößten europäischen Pauschalreisemarkt Frankreich ist die Übernahme eines anderen Veranstalters momentan nicht lohnend und mit unnötigen Risiken verbunden, sagte Pichler. »Es gibt zur Zeit keine attraktiven Kandidaten.« Stattdessen soll das Geschäft zweier zum Konzern gehörender kleinerer Veranstalter schrittweise erweitert werden. »Wir werden innerhalb von zwei Jahren größere eigene Veranstalteraktivitäten in Frankreich haben«, sagte Pichler.

Inder nach Europa

In Indien soll eine bestehende Tochtergesellschaft, die bisher ins Land kommende Touristen betreut, künftig Reisen für Inder etwa nach Europa anbieten. »Dadurch können wir auch die Auslastung unserer Flugzeuge erhöhen«, sagte Pichler. Der Markt mit bis zu 110 Millionen potenziellen Reisenden ist noch längst nicht erschlossen. Derzeit reisten dort jährlich vier Millionen Menschen ins Ausland, davon nur eine halbe Million mit Hilfe eines Veranstalters. »In den nächsten zwei Jahren wollen wir auch in China präsent sein«, sagte Pichler. In Sri Lanka baut Thomas Cook bereits das Geschäft aus.

Mehr Aktionen geplant

Im europäischen Markt geht es darum, die Kapazitäten an Hotels und Flugzeugen bei einem erwarteten Anziehen der jetzt noch zögerlichen Buchungen schnell wieder zu erhöhen. »Wir werden zwei unserer Condor-Flugzeuge technisch reaktivieren. Das heißt, dass wir sie jederzeit einsetzen können, wenn die Nachfrage da ist.« Außerdem muss die Vermarktung auch auf einzelne Wochen ausgerichtet sein, die noch schwach gebucht sind. »Das kann man nicht mit Halbjahreskatalogen erreichen«, sagte Pichler. Denkbar sind Aktionen mit Reisebüros.

Um Urlaubslust zu stimulieren, setzten die preisgünstigeren Konzern-Marken Bucher und Air Marin auf besondere Angebote. Einen flächendeckenden Preiskrieg mit den Hauptmarken werde er aber nicht anzetteln, sagte Pichler.