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Übernahme: Conti könnte bald Schaeffler führen

Kampf um die Vorherrschaft: Noch nicht einmal ein Jahr nach der Übernahme des Autozulieferers Continental durch die Schaeffler-Gruppe könnten sich die Machtverhältnisse umdrehen. Zeitungsberichten zufolge will Conti die operative Führung übernehmen - mit Rückenwind aus der Bankenwelt.

Auf der Suche nach einer Lösung für die Zukunft von Schaeffler und Continental rückt offenbar ein neuer Ansatz in den Fokus: Ein Zusammenschluss der beiden Konzerne unter der Führung des Autozulieferers. Sowohl die kreditgebenden Banken als auch die Politik würden diese Lösung favorisieren, berichtet unter anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Der Konzern mit dann gut 33 Milliarden Umsatz und mehr als 200.000 Beschäftigen bliebe börsennotiert. Die Familie Schaeffler, die sich mit dem Kauf von Conti übernommen hat, könnte als Ankeraktionär engagiert bleiben. Die Banken würden die Kredite in eine direkte Beteiligung umwandeln und könnten auf eine Wertsteigerung in der Zukunft hoffen.

Zusammen sind die beiden Konzerne mit mehr als 20 Milliarden Euro verschuldet. Laut Conti-Sprecher Karl-Thomas Neumann fehle bisher ein Gesamtkonzept. "Leider ist auch heute noch nicht klar, in welcher Konstellation die Continental AG und die Schaeffler Gruppe künftig kooperieren werden", so Neumann. Innerhalb der nächsten 100 Tage wolle er aber ein Konzept vorlegen. Dann werde geklärt, ob Conti die Gummisparte abstoßen werde oder nicht. Jedoch ist die Ankündigung auch in Bezug auf die Fusionspläne mit Schaeffler zu verstehen. "Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten ist machbar", sagte Neumann.

DPA / DPA