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Übernahme: RAG steckt Degussa ein

Der Essener RAG-Konzern steht kurz vor der Übernahme des weltgrößten Spezialchemiekonzerns Degussa. Für 2,8 Milliarden Euro wollen die Essener die vom Energiekonzern Eon gehaltenen Degussa-Anteile übernehmen.

Der Essener RAG-Konzern will den weltgrößten Spezialchemiekonzern Degussa komplett übernehmen und hat sich für 2,8 Milliarden Euro den Eon-Anteil von knapp 43 Prozent gesichert.

RAG-Chef und Ex-Bundeswirtschaftsminister Werner Müller zahlt mit 2,8 Milliarden Euro für das Eon-Paket weniger als von Experten erwartet. In der Branche war zuletzt über einen Preis von bis zu 3,5 Milliarden Euro spekuliert worden. 2005 wird Degussa allerdings wegen einmaliger Wertberichtigungen mit 450 Millionen Euro tief in die roten Zahlen abstürzen. Müller will die frühere Ruhrkohle AG bis 2007 an die Börse bringen.

Ein entsprechendes Eckpunktepapier sei mit der RAG unterzeichnet worden, teilte Eon am Montagabend nach einer Sitzung des Aufsichtsrates mit. Der Kaufpreis für den Anteil von 42,86 Prozent entspreche einem Wert von 31,50 Euro je Degussa-Aktie.

Eon-Aktionäre sollen von dem Degussa-Geschäft profitieren

Die RAG hält bislang 50,1 Prozent an der im MDAX notierten Degussa AG. Die Essener kündigten an, den verbleibenden freien Degussa-Aktionären, die rund sieben Prozent halten, ein freiwilliges Übernahmeangebot von 42 Euro je Aktie zu unterbreiten. Während die Eon-Papiere auf die erwartete Verkaufsnachricht kaum reagierten, zog die Degussa-Aktie im nachbörslichen Handel kräftig an.

Eon berichtete, der Verkauf solle bis zum Juli 2006 abgeschlossen sein. Der Buchgewinn werde voraussichtlich in der Größenordnung von 500 Millionen Euro liegen. Auch die Aktionäre von Deutschlands größtem Energiekonzern sollen von dem Degussa-Geschäft profitieren: Der Eon-Vorstand sehe die Chance, bereits der Hauptversammlung im Mai nächsten Jahres die Ausschüttung einer Sonderdividende in Höhe von 4,25 Euro je Aktie vorzuschlagen, hieß es weiter.

Neben den Sparten Energie (Steag) und Immobilien wird Degussa nun die dritte Säule des RAG-Konzerns. Die Bergbautochter DSK, die mit ihrer Haftung für die Bergbaurisiken dem Börsengang noch im Weg steht, könnte in eine Stiftung ausgegliedert werden.

DPA/AP / AP / DPA
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