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Holocaust-Mahnmal: Das Mahnmal abreißen?

Das Unternehmen Degussa ist über eine Tochterfirma weiterhin am Bau des Berliner Holocaust-Denkmals beteiligt. Das Unternehmen hatte sich vom Bau zurückgezogen, weil es das Giftgas Zyklon B während des Dritten Reiches hergestellt hatte.

Das Chemieunternehmen Degussa, dem der Auftrag zur Lieferung eines Graffiti-Schutzmittels für das Berliner Holocaust-Mahnmal entzogen wurde, ist nach Informationen der "Rheinischen Post" bereits über eine weitere Tochterfirma an dem Projekt beteiligt. Ein Teil der Stelen-Fundamente sei mit einem Betonverflüssiger der Degussa-Tochter Woermann Bauchemie GmbH gegossen, berichtet die Düsseldorfer Zeitung in ihrer Mittwochausgabe. Das Düsseldorfer Unternehmen bestätigte ihr das: "Intensive Recherchen der Degussa haben ergeben, dass der Beton-Verflüssiger von der Degussa-Tochter Woermann stammt."

Zyklon B hergestellt

Das Stiftungskuratorium für das Mahnmal hatte seine Entscheidung, die Verwendung des Degussa-Produkts zu stoppen, damit begründet, dass eine Tochtergesellschaft des Chemieunternehmens in der NS-Zeit das Gift Zyklon B zur Tötung von Juden und anderen Verfolgten produziert hatte.

Mahnmal abreißen?

Zu den neuen Informationen wollte sich das Kuratorium offiziell nicht äußern, wie die "Rheinische Post" berichtete. Aus dem Umfeld des Kuratoriums habe es jedoch geheißen, letztlich müsste das Mahnmal "abgerissen werden", wenn Degussa wegen ihrer Vergangenheit unerwünscht sei. Nach Informationen der Zeitung sind bereits mehrere hundert der 2.700 Stelen mit dem Degussa-Graffitischutz imprägniert. Ein anderes Produkt wäre klar an der Farbe zu erkennen. Dem zufolge könnten die Degussa-Stelen zu einem "Mahnmal im Mahnmal" werden.

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