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Übernahmekampf: Katar steigt bei Hochtief ein

Hochtief will sich nicht so leicht geschlagen geben. Katar erwirbt Aktien des deutschen Baukonzerns. Die Kapitalerhöhung erschwert die Übernahme für den spanischen Baukonzern ACS.

Mit einer Kapitalerhöhung und einem neuen Großaktionär errichtet der deutsche Baukonzern Hochtief neue Hindernisse für die Übernahmepläne des spanischen Konkurrenten ACS. Deutschlands größter Baukonzern kündigte am Montag eine Kapitalerhöhung um rund zehn Prozent unter Ausschluss des Bezugsrechts der bestehenden Aktionäre an. Erworben werden die Aktien von der Qatar Holding LLC. Das Investmentunternehmen des Emirats Katar wird damit neuer Großaktionär des Essener Baukonzern, wie der Konzern am Montag mitteilte.

Die Kapitalerhöhung hat auch Auswirkungen auf die Übernahmepläne des spanischen Baukonzerns ACS. Denn der bislang von den Spaniern gehaltenen Aktienanteil wird dadurch spürbar verwässert. Gleichzeitig könnte die Qatar Holding im Eigentümerkreis ein Gegengewicht gegen ACS bilden. Der Ad-hoc-Ausschuss des Hochtief-Aufsichtsrats habe der Kapitalerhöhung zugestimmt, berichtete das Unternehmen. Die Qatar Holding werde alle neuen Aktien erwerben und - sobald die Kapitalerhöhung im Handelsregister eingetragen ist - knapp 9,1 Prozent am Grundkapital von Hochtief halten. Insgesamt übernimmt der neue Aktionär knapp sieben Millionen Aktien zum Ausgabepreis von je 57,114 Euro. Damit fließen dem Unternehmen knapp 400 Millionen Euro an neuem Eigenkapital zu.

Gemeinsam gegen ACS

Der Mittelzufluss aus der Kapitalerhöhung soll nach Unternehmensangaben die Finanzposition von Hochtief stärken und Freiraum für das angekündigte weitere Wachstum schaffen, nachdem eine geplante Anleihe Mitte September wegen des Übernahmeangebots von ACS abgesagt werden musste. Hochtief und die Qatar Holding hätten außerdem vereinbart, die schon bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen und weitere Bereiche für eine strategische Kooperation zu erkunden, hieß es

ACS, schon heute mit einer Beteiligung von knapp 30 Prozent größter Hochtief-Aktionär, hatte in der vergangenen Woche ein offizielles Übernahmeangebot für den Essener Baukonzern vorgelegt. Dabei bietet er für fünf Hochtief-Aktien acht eigene Papiere. Aktionärsschützer lehnen das Angebot jedoch als völlig inakzeptabel ab. Hochtief selbst wehrt sich vehement gegen die Übernahmepläne.