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US-Bank: Wachovia macht 24 Milliarden Miese

Die von der Finanzkrise schwer gebeutelte US-Bank Wachovia hat einen gigantischen Quartalsverlust von knapp 24 Milliarden Dollar gemacht. Ein Großteil des Rekordminus sind Abschreibungen auf ein faules Kreditpaket. Aber auch der operative Verlust fiel mit knapp fünf Milliarden Dollar um ein Vielfaches höher aus als erwartet.

Die US-Bank Wachovia hat in der Finanzkrise einen neuen Negativ-Rekord aufgestellt. Vor ihrer Übernahme durch die Rivalin Wells Fargo verbuchte sie ein Minus von fast 24 Milliarden Dollar (18,7 Milliarden Euro) und damit den bislang größten Quartalsverlust unter allen amerikanischen Banken seit Ausbruch der Krise vor über einem Jahr. Gemeinsam mit dem vorangegangenen zweiten Quartal summieren sich die Verluste bei Wachovia auf 33 Milliarden Dollar. "Die Marktbedingungen haben sich radikaler verändert als von uns allen erwartet", erklärte Bank-Chef Robert Steel am Mittwoch bei der Vorlage der Zahlen. Vor fünf Wochen hatte Steel noch betont, sein Unternehmen befinde sich in einem guten Zustand.

Mit 18,7 Milliarden Dollar stammt der größte Teil des Quartalsverlusts aus Abschreibungen auf ein Kreditpaket, das drastisch an Wert verloren hat. Wachovia hatte die 438.000 Verträge vor zwei Jahren von der kalifornischen Hypothekenbank Golden West Financial übernommen. Der Gesamtverlust daraus belaufe sich inzwischen auf 26 Milliarden Dollar oder umgerechnet 22 Prozent, erklärte Wachovia. Im Juli hatte die Bank dafür noch einen Verlust im Umfang von lediglich zwölf Prozent vorhergesagt. Zudem musste Wachovia seine Reserven für faule Kredite kräftig aufstocken und dafür neben Netto-Abschreibungen von knapp 1,9 Milliarden Dollar 6,6 Milliarden Dollar zur Seite legen. Drei Viertel der zusätzlichen Rücklagen von 4,8 Milliarden Dollar seien wegen des kalifornischen Pakets nötig geworden.

Die US-Notenbank hatte kürzlich die rasche Genehmigung der Übernahme Wachovias durch Wells Fargo nach gerade einmal dreitägiger Prüfung mit der prekären Finanzlage des Instituts begründet. Das Geschäft soll bis Jahresende abgeschlossen sein und verdoppelt auf einen Schlag die Größe von Wells Fargo, das sich wie JPMorgan Chase trotz Einbrüchen im abgelaufenen Quartal behauptet hat. Die Bank war nicht so stark in Geschäfte mit Immobilienkrediten und riskanten Anlagen verwickelt wie andere US-Institute. Wells Fargo wird in Zukunft mit 280.000 Beschäftigten und in 6600 Zweigstellen Einlagen von 700 Milliarden Dollar und Vermögenswerte von 1,4 Billionen Dollar verwalten.

Das operative Minus, das alle Sonderposten unberücksichtigt lässt, bezifferte Wachovia für das dritte Quartal auf 4,76 Milliarden Dollar. Das ist ein Fehlbetrag von 2,23 Dollar je Aktie und damit um ein Vielfaches höher, als die von Analysten erwarteten 0,27 Dollar pro Aktie.

Reuters / Reuters