US-Banken Run aufs Rettungspaket


Während die deutschen Banken weiterhin zögern, das Hilfspaket der Bundesregierung in Anspruch zu nehmen, hat in den USA ein wahrer Ansturm auf den staatlichen Rettungsfonds eingesetzt. Inzwischen gelte es als Zeichen von Unsicherheit, kein Geld in Anspruch zu nehmen. Ein Vorbild für hiesige Häuser?

In der amerikanischen Bankenbranche hat nach erstem Zögern ein regelrechter Ansturm auf Hilfen aus dem staatlichen Rettungspaket eingesetzt. Dies berichten übereinstimmend mehrere US-Medien.

Rund 1800 börsennotierte Finanzhäuser würden womöglich Finanzspritzen des Staates beantragen, berichtete das "Wall Street Journal" am Montag unter Berufung auf Vertreter des Finanzministeriums und der Bankenaufsicht. Abhängig von den noch nicht festgelegten Bedingungen für eine Teilnahme könnten sich überdies noch Tausende weitere Banken bewerben.

Stimmung hat sich gedreht

Bis vor kurzem hatten sich US-Banken sehr zurückhaltend gezeigt. Sie befürchteten den Berichten zufolge, dass die Annahme der Staatshilfen als Zeichen massiver Probleme ausgelegt werden könnte. Inzwischen habe sich die Stimmung gedreht, schrieb das "Wall Street Journal". Viele Banken machten sich nun umgekehrt Sorge, gerade wer kein Geld aus dem Rettungstopf bekomme, könnte am Markt am Ende als zu schwach gelten.

In einem ersten großen Schritt hatte die US-Regierung 125 Milliarden Dollar (97 Milliarden Euro) in neun wichtige Großbanken investiert. Noch einmal so viel ist im Zuge des 700 Milliarden Dollar schweren Rettungspakets für Beteiligungen an weiteren Häusern vorgesehen. Überdies öffnete das Finanzministerium die Tür auch für andere Finanzinstitute wie etwa Versicherer. Einige Experten befürchteten daher bereits, das Geld könne womöglich nicht reichen, berichtete die Zeitung. Bewerbungsfrist sei nach letzten Plänen der 14. November.

DPA DPA

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