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Insolvenz droht Lufthansa-Aktionär Thiele übt Kritik am geplanten Rettungspaket – jetzt schaltet sich der Vorstand ein

Lufthansa-Aktionär Heinz Hermann Thiele kritisiert das geplante Rettungspaket
Aktionär Heinz Hermann Thiele stört sich an dem geplanten Rettungspaket für die Lufthansa
© Knorr-Bremse AG / DPA
Mit bis zu neun Milliarden Euro will sich der Bund an der Rettung der Lufthansa AG beteiligen. Für den Deal gibt es einige Bedingungen, die der Hauptaktionär Heinz Hermann Thiele kürzlich kritisierte. Jetzt fürchtet die Lufthansa ein Scheitern des Pakets. 

Innerhalb weniger Tage hat Großaktionär Heinz Hermann Thiele seine Anteile an der Lufthansa AG von zehn auf 15 Prozent aufgestockt – mehr Kampfgewicht für seine Kritik gegen das staatliche Rettungspaket, das seit Wochen diskutiert wird. „Ich störe mich an der apodiktischen Aussage, das es keine anderen, konsensfähigen Lösungen gäbe“ sagte er in einem Gespräch mit der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Dabei ist ihm vor allem die vorgesehene Aktienbeteiligung von 20 Prozent, die der Staat im Rahmen der Finanzspritze von bis zu neun Milliarden Euro erhalten soll, ein Dorn im Auge. 

Lufthansa warnt vor einer Insolvenz

Die Lufthansa hat mittlerweile reagiert und warnt eindrücklich vor einem Scheitern des milliardenschweren Rettungspaketes auf der außerordentlichen Hauptversammlung. "Dies würde bedeuten, dass die Deutsche Lufthansa AG möglicherweise zeitnah zur Hauptversammlung ein insolvenzrechtliches Schutzschirmverfahren beantragen müsste, wenn es dann nicht unverzüglich zu einer anderen Lösung kommt", teilte die Fluggesellschaft am Mittwoch mit.

"Der Vorstand geht aktuell davon aus, dass die Präsenz bei der außerordentlichen Hauptversammlung am 25. Juni unter 50 Prozent liegen wird", teilte Lufthansa weiter mit. Angesichts der Äußerungen Thieles halte es der Vorstand für möglich, "dass das Stabilisierungspaket die in diesem Fall erforderliche Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen verfehlen könnte." Die Aktionäre sollen am 25. Juni über das Rettungspaket abstimmen.

Quelle: Frankfurter Allgemeine Zeitung, DPA

sve

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