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Restaurants in der Krise: Tim Mälzer und andere Gastronomen appellieren an Politik: "Schaffen Sie uns eine Perspektive"

Auch wenn die Restaurants nach und nach wieder öffnen dürfen, ist die Coronakrise für Deutschlands Gastronomie noch längst nicht ausgestanden. Tim Mälzer und andere Unternehmer stellen klare Forderungen an die Politik.

Starkoch Tim Mälzer vor einem Plakat von "Kitchen Impossible"

Am Dienstagabend sah man einen sprachlosen Tim Mälzer im Fernsehen. In der ZDF-Talkshow von Markus Lanz kämpfte der Koch angesichts der schwierigen Aussichten für die Gastronomie mit den Tränen und wollte sogar das TV-Studio verlassen. Jetzt gehen Mälzer und andere Gastronomen in die Offensive: Über Facebook haben sie sich mit einem Appell an die Politik gewandt.

Die Aktion, zu der sich Betreiber von Restaurants und Hotels aus ganz Deutschland zusammengeschlossen haben, steht unter dem Motto "Wir sind gekommen, um zu bleiben". In einem Video fordern sie von der Politik: "Bitte schaffen Sie uns jetzt eine Perspektive. Retten Sie Deutschland Gastronomie und Hotellerie und die vielen Menschen dahinter, die diese vielfältige Branche lebendig machen."

#wirsindgekommenumzubleiben ⠀ ⠀ Gemeinsam stark: Deutschlands Gastgewerbe hat sich vereint, um auf seine prekäre Lage...

Gepostet von Tim Mälzer am Freitag, 8. Mai 2020

Gastronomen fordern Rettungsfonds in Coronakrise

Zwar dürfen Kneipen und Restaurants nach der Corona-Zwangspause wieder den Betrieb aufnehmen, allerdings nur unter strengen Auflagen. So muss ein Abstand von 1,5 Metern zwischen den Tischen gewahrt bleiben – dadurch kann weniger Umsatz generiert werden, während die Kosten bleiben. Der Branchenverband Dehoga geht davon aus, dass nur die Hälfte der üblichen Gäste bewirtet werden könne. Das bedeute für viele Restaurants den "sicheren Ruin", sagen die Gastronomen, und warnen vor einer "Pleitewelle".

Als Mittel dagegen fordern sie von den politischen Entscheidungsträgern "ein echtes Rettungspaket" mit Finanzhilfen und Steuernachlässen, die auch mittelfristig gelten sollen. Der Vorschlag der Initiatoren: Mit einem Gastro-Rettungsfond soll durch die Krise geschädigte Gastronomiebetrieben geholfen werden. Von den Problemen in der Branche seien nicht nur die 2,4 Millionen Menschen betroffen, die in den 220.000 Betrieben des Gastgewerbes in Deutschland arbeiteten, sondern auch zahlreiche Lieferanten.

Restaurants dürfen wieder öffnen

Das Video der Gastromen wurde über Facebook bereits tausende Male geteilt. Eine Online-Petition mit entsprechenden Forderungen hat bereits mehr als 100.000 Unterstützer. Am Freitag protestierten zudem in vielen Städten Restaurantbetreiber unter dem Motto "Wir geben den Löffel ab". Dabei stellten sie auf öffentlichen Plätzen leere Stühle auf und sammelten Kochlöffel, die an die Bundesregierung geschickt werden sollen.

Mecklenburg-Vorpommern erlaubt als erstes Bundesland ab Samstag wieder die Öffnung von Restaurants und Gaststätten, andere Länder ziehen in den darauffolgenden Tagen nach. Allerdings müssen sich die Betriebe an strenge Hygienemaßnahmen halten. Um der Branche zu helfen, hat das Bundeskabinett bereits beschlossen, dass die Mehrwertsteuer auf Speisen für ein Jahr von 19 auf 7 Prozent reduziert wird. Bundestag und Bundesrat müssen den Hilfen noch zustimmen. Die Regelung soll konkret vom 1. Juli an für ein Jahr gelten. Sie betrifft nur Speisen, keine Getränke.

Quellen: Tim Mälzer auf Facebook / Petition "Rettet Deutschlands Gastgewerbe" auf change.org / Aktion "Leere Stühle"

epp / mit dpa

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