Im Supermarkt greifen viele Kunden gern zu kleinen Snacktomaten: Die knackigen Früchte haben oft mehr Aroma als große Fleischtomaten und sind unkomplizierter zu verarbeiten, zum Beispiel im Salat. Sie eignen sich auch gut für Brotdosen in der Schule oder die kurze Arbeitspause am Schreibtisch. Wer sie kauft, glaubt, damit ein gesundes Lebensmittel erworben zu haben. Aber das stimmt nicht immer.
Denn ein aktueller Produkttest zeigt, dass die Snacktomaten einiger Anbieter nicht nur Vitamine enthalten – sondern auch Schadstoffe. 26 Sorten von Kirsch-, Dattel- und Cocktailtomaten wurden nun von Öko-Test untersucht. Ein Speziallabor prüfte die Früchte auf rund 600 verschiedene Pestizide. Das Ergebnis fiel sehr unterschiedlich aus.
Tomaten sind ein gesunder Snack – oder?
Die gute Nachricht: Sämtliche 13 getesteten Bio-Produkte waren tatsächlich frei von nachweisbaren Pestizidrückständen und erhielten deshalb die Bestnote „sehr gut“. Bio heißt also tatsächlich bio.
Bei den konventionell erzeugten Tomaten fielen die Ergebnisse sehr viel gemischter aus. Drei Tomatensorten konnten auch hier überzeugen – zehn weitere allerdings weniger. Besonders kritisch beurteilten die Tester, dass viele der herkömmlichen Produkte nicht nur einzelne Rückstände enthielten, sondern ein Gemisch aus verschiedenen Schadstoffen gleichzeitig. In drei Fällen wurden sogar fünf verschiedene Pestizide nachgewiesen. Genau diese Mehrfachbelastung bereitet Fachleuten Sorgen.
Während die Werte der einzelnen Stoffe häufig innerhalb der gesetzlichen Grenzwerte lagen, sind mögliche Wechselwirkungen zwischen diesen bislang nur unzureichend erforscht. Sorgen dürfte hier eine 2026 veröffentlichte Studie bereiten, nach der sich das Krebsrisiko bei Menschen, die Mischungen verschiedener Pestizide ausgesetzt sind, um das 2,5-Fache erhöhen könnte – selbst dann, wenn die einzelnen Substanzen für sich nicht als krebserregend eingestuft werden.
Viele Tomaten waren schadstoffbelastet
Am Ende des Tests fielen drei Produkte besonders negativ auf, weil bei ihnen gleich mehrere problematische Pestizide nachgewiesen wurden. In einem Fall entdeckten die Prüfer sogar Dimethomorph – ein Fungizid, das in der Europäischen Union seit zwei Jahren nicht mehr zugelassen ist. Der Wirkstoff wird als hormonell schädlich und fruchtbarkeitsgefährdend eingestuft.
Entsprechende Rückstände können über importierte Waren aus Ländern außerhalb der EU weiterhin in den Handel gelangen – wenn die Einkäufer nicht auf Sicherheit und Qualität achten. Hier wären also die Supermärkte gefordert, strengere Kontrollen einzuführen.
Die am stärksten belasteten Tomaten waren:
- Cherry-Roma-Tomaten (Greenyard Fresh Spain), Rewe
- Cherry-Roma-Tomaten (Rewe Beste Wahl), Rewe
- Mini-Pflaumentomaten (Gut & Günstig), Edeka
Für Verbraucher bedeutet das Ergebnis vor allem eines: Entgegen der landläufigen Meinung gibt es sehr wohl einen Unterschied zwischen Bio- und konventionellem Gemüse – und der Griff zu Bio-Tomaten lohnt sich. Auch, wenn der Preis meist ein wenig höher ist. Vor dem Verzehr von Obst und Gemüse sollte man dieses zudem möglichst mit warmem Wasser abspülen. So lässt sich oft zumindest ein Teil möglicher Schadstoffrückstände entfernen.