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Verbotene Preisabsprachen: Biertrinker sollen doppelt zahlen

Vier Brauer müssen wegen Preisabsprachen mehr als 100 Millionen Euro Geldstrafe bezahlen. Doch finanzieren müssen das wohl die, die wegen der Absprachen eh zu viel für ihr Bier ausgeben mussten.

Biertrinker müssen wegen der Millionenstrafe für fünf führende Großbrauereien wegen illegaler Absprachen mit steigenden Preisen rechnen: Der Verband des Deutschen Getränke-Einzelhandels erwarte, dass die betroffenen Großbrauereien Strafen des Bundeskartellamts von insgesamt 106,5 Millionen Euro auf die Bierpreise umlegen werden, berichtet der "Spiegel". Dadurch würden die Biertrinker ein zweites Mal zur Kasse gebeten.

Das Bundeskartellamt hatte die Strafzahlungen gegen die Brauereien Bitburger, Krombacher, Veltins, Warsteiner, die Privatbrauerei Barre aus Lübbeke in Westfalen sowie gegen sieben verantwortliche Manager verhängt. Sie sollen unter anderem 2008 Preiserhöhungen für Flaschenbier verabredet haben, die laut Kartellamt zu einer Verteuerung von einem Euro für einen 20-Flaschen-Kasten führte.

Sepp Gail, Vorsitzender des Getränke-Einzelhandelsverbands wies laut "Spiegel" darauf hin, dass 70 Prozent der Bierkästen Preise von um die zehn Euro haben. Weil deshalb "die Margen sehr gering" seien, würden Brauereien die Geldstrafen vermutlich an Kunden weitergeben.

tkr/AFP / AFP
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