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Verkauf gescheitert: Airbus bleibt auf Werken sitzen

Die Verhandlungen über den Verkauf der Airbus- und EADS-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg mit rund 6800 Beschäftigten sind gescheitert. Gleichzeitig vermeldet Airbus einen Milliardenauftrag vom britischen Militär.

Die Verhandlungen über den Verkauf der Airbus-und EADS-Werke in Varel, Nordenham und Augsburg mit rund 6800 Beschäftigten sind gescheitert. Das bestätigte ein EADS-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Trotz intensiver Verhandlungen sei keine "akzeptable industrielle und finanzielle Lösung gefunden worden". Die Verhandlungen waren mit dem US-Finanzinvestor Cerberus gemeinsam mit der Bremer OHB geführt worden.

Zeitgleich bekräftigte der Chef des europäischen Rüstungs- und Flugzeugkonzerns EADS sein Interesse an einer "Goldenen Aktie". Dies sei eine geeignete Option, um EADS vor einer feindlichen Übernahme zu schützen, sagte Louis Gallois in einem Interview der französischen Tageszeitung "Le Figaro". Zudem erklärte er, der starke Euro belaste die europäische Industrie und erschwere so den Verkauf von Airbus-Werken.

Schutz vor feindlicher Übernahme

Deutschland und Frankreich wollen ihre Sicherheitsinteressen bei dem Hersteller von Raketen, Kampfjets und Verkehrsflugzeugen wahren. Der Staatsfonds von Dubai hatte kürzlich drei Prozent an EADS erworben, fünf Prozent liegen bei einer russischen Staatsbank. Das könnte auch in den USA für Stirnrunzeln sorgen, wo EADS kürzlich einen Milliardenauftrag vom Militär erhalten hatte.

In Europa konnte Airbus offenbar seinen Vorsprung weiter ausbauen. Gallois bestätigte "Le Figaro" indirekt einen milliardenschweren Auftrag des britischen Militärs für Tankflugzeuge. Er sagte der Zeitung, es sei ein weiterer Sieg über den US-Rivalen Boeing. "Es zeigt erneut die Qualität unseres Produkts, das fünf Wettbewerbe in Folge gewonnen hat, einschließlich in den USA", sagte er. "Wir sind sehr stolz." Am Vortag war aus Kreisen verlautet, dass der Auftrag an Airbus gehen werde.

Der 26-Milliarden-Dollar Auftrag

Bislang haben Australien, die Vereinigten Arabischen Emirate, Saudi-Arabien und die USA Tankflugzeuge bei Airbus bestellt. Die Royal Air Force hatte 2005 das aus verschiedenen europäischen Firmen bestehende Konsortium AirTanker beauftragt, Airbusse des Typs A330 zu kaufen und dann an das Verteidigungsministerium zu vermieten. Die Finanzierung des bis zu 26 Milliarden Dollar teuren Projekts geriet anschließend aber ins Stocken.

DPA/Reuters/DPA/Reuters