VERSICHERUNG Allianz reduziert RWE-Beteiligung mit Wandelanleihe


Der Allianz-Konzern will durch die Ausgabe einer milliardenschweren Wandelanleihe seine Beteiligung an RWE deutlich reduzieren. RWE begrüßte diese Entscheidung.

Die Anleihe hat ein Volumen von bis zu 1,2 Milliarden Euro (2,3 Mrd DM) und eine Laufzeit von fünf Jahren, teilte die Allianz AG mit. Bei voller Ausübung wird die Allianz-Beteiligung an dem Essener Energieversorger von 11,7 auf 7,7 Prozent sinken.

Kursschonende Reduktion

Wandelanleihen gelten als gute Möglichkeit, Beteiligungen kursschonend zu reduzieren. Die RWE-Aktie führte dennoch am Dienstag mit einem Minus von zeitweise fast vier Prozent auf 42,40 Euro die Liste der Verlierer im DAX an. RWE begrüßte die Entscheidung der Allianz. »Eine Erhöhung des Streubesitzes wird am Markt positiv gesehen und lässt das Gewicht der Aktien in den Börsen-Indices steigen«, sagte ein Konzern-Sprecher.

Breit und international gestreut

Die Allianz will den Erlös der Emission zur Finanzierung der Dresdner Bank-Übernahme verwenden. »Mit der Wandelanleihe steht uns ein flexibles und bewährtes Instrument zur Verfügung, das es uns erlaubt, unser Beteiligungsportfolio aktiv und renditeorientiert zu steuern«, sagte Allianz-Vorstand Paul Achleitner. Auf diesem Weg können die Kapitalanlagen breiter und internationaler gestreut werden. Die Allianz will in den kommenden Jahren die dominierenden deutschen Beteiligungen schrittweise abbauen und verstärkt auch im Ausland Geld anlegen. Die Allianz hat bereits unter anderem Wandelanleihen auf Deutsche Bank- und Siemens-Aktien begeben.

So funktionieren Wandelanleihen

Die Käufer von Wandelanleihen haben das Recht, den Anleihebetrag in die entsprechenden Aktien zu tauschen, wenn der Kurs der Wertpapiere während der Laufzeit steigt. Zudem gibt es eine garantierte Minimalverzinsung. Im Fall der RWE- Wandelanleihe beträgt der Kupon 1,25 Prozent. Wandelanleihen sind somit risikoärmere Anlageformen als so genannte Aktienanleihen. Hier ist die Verzinsung zwar in der Regel deutlich höher. Allerdings hat bei Aktienanleihen der Emittent das Recht, den Nominalbetrag nicht in bar zurückzuzahlen, sondern am Ende der Laufzeit eine vorab festgelegte Stückzahl einer Aktie zu liefern. Das Kursrisiko liegt also beim Kunden.

Die RWE-Wandelanleihe wurde am Dienstag von der niederländischen Finanztochter Allianz Finance II BW begeben. Das Emissionsvolumen betrug zunächst eine Milliarde Euro. Bei großem Interesse steht zudem eine Mehrzuteilungsoption (»Greenshoe«) von 200 Millionen Euro zu Verfügung.


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