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Mogelpackungen Mit diesen fünf Tricks haut uns die Industrie übers Ohr


Irreführende Etiketten, doppelte Böden und luftige Verpackungen: Die Industrie täuscht Verbraucher ganz gezielt - und ganz legal. Die ARD konfrontierte nun die Unternehmen mit ihren Mogelpackungen.
Von Daniel Bakir

Diese Erfahrung haben wir alle schon einmal gemacht: Wir öffnen eine Verpackung und wundern uns, wieviel Luft da eigentlich drin ist. Egal ob Geschirrspültabs, Teebeutel oder Cornflakes - die Hersteller geben sich alle Mühe, ihr Produkt von außen größer erscheinen zu lassen als es wirklich ist.

Und bis zu einem gewissen Punkt bewegen sie sich damit auch im Rahmen der Gesetze: Bis zu 30 Prozent Luft in der Packung sind noch in Ordnung. Diese Toleranzgrenze reizen manche Firmen sehr gerne aus. Die ARD hat solche Grenzfälle zum Anlass genommen, in ihrer Sendung "Vorsicht, Verbraucherfalle!" die ganz legalen Tricks der Industrie unter die Lupe zu nehmen. Wir haben die Top-Fünf-Mogelmaschen für Sie zusammengestellt.

1. Tube mit 30 Prozent Luft

Bei Produkten wie Cornflakes oder Geschirrspültabs sieht man spätestens beim Blick in die Verpackung, wieviel Luft drin ist. Bei manchen Verpackungen ist die Illusion dagegen perfekt. In eine Tube mit Creme beispielsweise kann man nicht hereingucken. Dass ein Teil der Tube leer ist, merkt man nicht wirklich. Im Röntgen-Labor aber wird der legale Trick deutlich. Kommentar der L'Oreal-Sprecherin: Kosmetische Produkte sind "immer auch eine Inszenierung und die Verbraucher wünschen sich das auch".

2. Doppelter Boden

Ebenfalls beliebt im Kosmetikbereich ist der doppelte oder überdimensional dicke Boden. Von außen sehen die teuren Töpfchen größer aus und schwerer sind sie auch. Am Ende aber sind die Creme-Pöttchen doch schneller leer als gedacht. Hersteller Procter & Gamble verspricht laut ARD, die Verpackung zu überarbeiten.

3. Der Trick mit der Abbildung

Häufig sind Kosmetiktöpfchen auch in wesentlich größeren Pappverpackungen versteckt. Das ist so lange okay, wie die tatsächliche Größe des Töpfchens außen abgedruckt ist. Schauen Sie sich mal dieses Beispiel an: Die Silhouette des Döschens ist so schwach abgebildet und hinter Schrift versteckt, dass sie kaum zu erkennen ist.

4. Der schrumpfende Inhalt

Der Klassiker unter den Verpackungstricks: Statt die Preise zu erhöhen, einfach bei gleichem Preis weniger in die Packung füllen. Das merkt der Kunde nicht so leicht, auch wenn er den Trick eigentlich kennt. Daher wenden viele Hersteller den Trick nach wie vor häufig an.

5. Sachsenmilch aus Bayern

Nicht nur die Kosmetikbranche trickst, wo sie kann. Bei Lebensmitteln äußerst beliebt ist das Vorgaukeln regionaler Herkunft. Vorne steht groß Sachsenmilch drauf, im Kleingedruckten auf der Rückseite erfährt man, dass die Milch aus Deutschland und Österreich kommt, hergestellt in Bayern. Das ist legal, weil Sachsenmilch lediglich das Label und nicht die Herkunftsbezeichnung ist. Irreführend ist es trotzdem.

Die komplette ARD-Sendung können Sie sich in der Mediathek anschauen.


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