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Bundestagswahl Wahlverlierer Armin Laschet lässt mit Gratulation an Olaf Scholz auf sich warten

Der Kanzlerkandidat der Union, Armin Laschet
Glückwünsche an Olaf Scholz verteilte Wahlverlierer Armin Laschet bisher nicht – forderte seinen Konkurrenten und sich selbst aber zu Demut auf
© Maja Hitij / Getty Images
Mit dem schlechtesten Unions-Wahlergebnis aller Zeiten gehört Armin Laschet zu den klaren Verlierern dieser Bundestagswahl – im Gegensatz zur SPD. Trotzdem hat Laschet es bislang vermieden, Olaf Scholz zu gratulieren.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet gehört zu den größten Verlierern dieser Bundestagswahl. Mit 24,1 Prozentpunkten hat die Union im Vergleich zu 2017 fast neun Prozent weniger Wähler von sich überzeugen können. Es ist das schlechteste Ergebnis seit Gründung der Bundesrepublik 1949.

Ganz im Gegensatz dazu darf sich Olaf Scholz als großer Sieger fühlen: Mit 25,7 Prozentpunkten – einem mehr als fünfprozentigen Zuwachs im Vergleich zur letzten Bundestagswahl – ist die SPD erstmals seit 16 Jahren wieder stärkste Kraft. 

Armin Laschet: Bloß nicht "Niederlage" sagen

An dieser Stelle gehört es sich eigentlich, dass die Unterlegenen dem Wahlsieger gratulieren – gerade unter den "Volksparteien" SPD und Union sollte es so sein. Doch bislang hat Armin Laschet offenbar keine Anstalten gemacht, der Etikette zu folgen. Er habe, so schreibt das "Redaktionsnetzwerk Deutschland", lediglich alle "mitbewerbenden Parteien, die zugelegt haben", gratuliert. Will heißen: Glückwünsche unter anderem an die SPD, nicht aber direkt an den engsten Konkurrenten. Olaf Scholz bestätigte dies in der TV-Sendung "ZDF spezial – Deutschland hat gewählt". Auf die Frage hin, ob der CDU-Kandidat ihm schon gratuliert habe, sagte Scholz lediglich: "Bisher nicht".

Im Gegenteil: Er stellte den derzeitigen Finanzminister selbst in vermeintlich einsichtlichen Worten auf eine Stufe mit sich selbst: "Olaf Scholz und ich sind zur gleichen Demut aufgerufen." Der CDU-Kanzlerkandidat, der das Wort "Niederlage" nicht in den Mund nehmen will, steht nach den desaströsen Ergebnissen inzwischen selbst in eigenen Reihen zunehmend unter Druck. Ob er ins Kanzleramt einziehen kann, hängt letztlich von den Grünen und der FDP ab, die bereits Vorsondierungsgespräche angekündigt haben – und als "Kanzlermacher" gelten.

Quelle: "Redaktionsnetzwerk Deutschland"

yks

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