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Billig gegen Teuer im Test: Wie gut ist Schnäppchen-Wandfarbe aus dem Baumarkt?

Bei Wandfarben gibt es enorme preisliche Unterschiede. Muss es immer die teure Markenfarbe sein, wenn man eine Wand neu anstreichen will? Die Reporter von "Servicezeit" im WDR machten den Test - mit erstaunlichen Ergebnissen.

Wandfarbe im Test: WDR prüft Deckvermögen und Preis. 

Wandfarbe im Test: WDR prüft Deckvermögen und Preis. 

Die Wohnungsrenovierung steht an - und schnell stellt sich die Frage: Muss es denn wirklich teure Wandfarbe sein? Oder tut es nicht auch das Schnäppchen aus dem Baumarkt? Preislich gibt es hier große Unterschiede - da lohnt sich ein Vergleich.

Für "Servicezeit" im "WDR" wurden insgesamt fünf gängige Wandfarben getestet (der Preis bezieht jeweils auf zehn Liter Farbe): Alpinaweiß für 44,99 Euro, Schöner Wohnen Polarweiß für rund 43 Euro, dann zwei Baumarktfarben, nämlich von Obi Arktikweiß (knapp 35 Euro) und Bauhaus Swingcolor Arktis (rund 30 Euro) und eine günstige No-Name-Farbe für knapp 8 Euro. 

Wie gut deckt die Farbe?

Dann kommt der Härtetest für die Farben. Eine schwarz-weiß-gestreifte Wand wird mit den Farben gestrichen. "Da sind wir schon im Spitzenbereich", sagt der Malermeister, der die Endergebnisse begutachtet, über die Wandfarbe von Schöner Wohnen. Auch die Farbe von Obi und Alpina überzeugen den Experten. Die Farbe von Bauhaus landet im Mittelfeld, abgeschlagen ist die billige No-Name-Farbe. Hier scheinen die schwarzen Balken nach einem Anstrich noch klar durch. Die Profi-Einschätzung deckt sich mit den Erkenntnissen eines beauftragten Prüflabors. Dort sollte das Deckvermögen noch einmal wissenschaftlich überprüft werden, denn abgesehen vom No-Name-Produkt geben alle Hersteller die Deckkraft mit der KLasse 1, also dem höchsten Gütesiegel an. Und tatsächlich: Die vier Farben können im Labor punkten. 

Wie ergiebig ist die Wandfarbe?

Und wie ergiebig sind die Farbpötte? Die Hersteller geben unterschiedliche Mengen an, die benötigt werden, um eine bestimmete Quadratmeterfläche zu streichen. Doch dieser Wert ist für Verbraucher wichtig, schließlich richten sie ihren Einkauf nach diesen Angaben aus. Das Labor ist zufrieden: Abgesehen vom Billig-Produkt sind die Angaben der Hersteller verlässlich. Die angegeben Quadratmeter sind realistisch, urteilt das Labor. Hier kann sich der Kunde auf die Firmenangaben verlassen. 

Lässt die Wand sich gut reinigen?

Der nächste Test: Nassabrieb, also wie lange kann man mit einem Schwamm feucht über die Wand wischen, bis die Farbe mit runterkommt? Als Testfläche darf eine Kita-Gruppe die Wände mit allerelei Lebensmitteln einsauen: Nutella, Ketchup, Marmelade. Danach wird geschruppt. "Die Reinigungsfähigkeit hat mich erstaunt", sagt der Maler-Experte über die Alpina Wandfarbe. Ketchup und auch andere Flecken ließen sich wieder entfernen. Die besten Reinigungseigenschaften wiesen neben Alpina auch die Farben von Schöner Wohnen und Obi auf. Im Mittelfeld liegt Bauhaus. Nicht überzeugen konnte die einfache Baumarkt-Farbe. 

Fazit: Bei Wandfarbe ist das billige No-Name-Produkt der totale Reinfall. Aber wer beim Deckvermögen auf die Klasse 1 achtet, erhält gute Qualität zu Preisen, die sich vergleichen lassen. So liegen die vier Farben, die alle ähnlich gut abschneiden in einer preislichen Spanne von knapp 30 bis 45 Euro. 

BGH-Entscheidungen: Raucher, Kinder, Holzfußboden: Diese Urteile sind für Mieter wichtig
Die Instandhaltung einer Mietwohnung sorgt häufig für Streit. Der typische Fall: Der Mieter zieht aus. Sein Vermieter meint aber, dass die Wohnung entweder noch renoviert oder für die Instandhaltung gezahlt werden müsse. Was dann gilt, musste der BGH im März klären.  In seiner Grundsatzentscheidung schlug das Gericht sich auf die Seite der Mieter. Diese müssen beim Auszug demnach nicht mehr automatisch einen Anteil der Renovierungskosten übernehmen, wenn sie vor Ablauf der vereinbarten Renovierungsfristen ausziehen. Außerdem dürfen Vermieter ihre Mieter nur dann pauschal zu Instandhaltungen verpflichten, wenn sie die Wohnung auch frisch renoviert übergeben.  (Az.: VIII ZR 185/14 u.a.)

Die Instandhaltung einer Mietwohnung sorgt häufig für Streit. Der typische Fall: Der Mieter zieht aus. Sein Vermieter meint aber, dass die Wohnung entweder noch renoviert oder für die Instandhaltung gezahlt werden müsse. Was dann gilt, musste der BGH im März klären.
In seiner Grundsatzentscheidung schlug das Gericht sich auf die Seite der Mieter. Diese müssen beim Auszug demnach nicht mehr automatisch einen Anteil der Renovierungskosten übernehmen, wenn sie vor Ablauf der vereinbarten Renovierungsfristen ausziehen. Außerdem dürfen Vermieter ihre Mieter nur dann pauschal zu Instandhaltungen verpflichten, wenn sie die Wohnung auch frisch renoviert übergeben.
(Az.: VIII ZR 185/14 u.a.)

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