HOME

Drogerie: Rossmann gegen Aldi: "Wir können uns Preisscharmützel leisten"

Aldi setzt auf Drogerieprodukte, auch Amazon will in dem Geschäftsfeld wachsen - doch der Rossmann-Chef fürchtet sich nicht vor der mächtigen Konkurrenz. Er sieht die Entwicklung gelassen. Gerade beim Onlinehandel mit Drogeriewaren ließe sich kein Geld verdienen.

Dirk Roßmann

Dirk Roßmann fürchtet sich nicht vor Aldi.

Picture Alliance

Windeln, Kosmetik, Duschgel - das sollen die neuen Umsatzbringer werden. Zumindest wenn es nach Aldi geht. Der Discounter befeuert den Preiskampf mit stark reduzierten Markenprodukten von Nivea. Zeitgleich setzt auch Amazon auf den Geschäftsbereich. Schlechte Nachrichten für die traditionellen Drogerieketten? Nein, sicherlich nicht, meint Dirk Roßmann, Chef der gleichnamigen Drogeriekette zur "Wirtschaftswoche". Er sieht die Entwicklungen bei Aldi gelassen. Und an die Konkurrenz aus dem Netz glaubt er nicht.


"Vor Aldi brauchen wir uns nicht zu verstecken, wir können jede Preisaktion mitgehen", sagte Roßmann der "Wirtschaftswoche". "Wir schreiben konstant solide Gewinne und können uns Preisscharmützel leisten." Rossmann setzt seit Jahren auf eine harte Rabatt-Strategie. Wöchentlich setzt der Drogerist den Rotstift an, um den Konkurrenten dm unter Druck zu setzen und Kunden zu locken. Daher zeigt sich Dirk Roßmann von dem Vorstoß des Discounters wenig beeindruckt. "Im Grunde sind wir diejenigen, die die Dynamik in den Markt bringen. Wir gehen alle 14 Tage mit Sonderangeboten für 800 Artikel raus", so Rossmann. 

Rossmann und der Online-Handel

Die Konkurrenz aus dem Netz fürchtet er auch nicht. Die Marge bei Shampoo, Windeln und Co. ist gering, damit lasse sich online kein Geld verdienen, so Roßmann. "Es gibt weltweit nicht ein relevantes Handelsunternehmen, das online mit dem Verkauf von Drogeriewaren und Lebensmitteln wirklich Geld verdient." Auch der eigene Onlineshop von Rossmann sei defizitär. Das Problem der Händler im Netz: Es fehlen die Impulskäufe, die abseits des Einkaufzettels geshoppt werden. "Haarbürsten, Lippenstift, Kaugummi" seien solche Produkte, berichtet Roßmann. Aber das würde im Netz noch nicht gelingen. "Das Online-Geschäft ist für uns in Summe völlig unbedeutend", sagt Roßmann.


Rossmann kooperiert mit Amazon

Dass das Geschäft im Netz sich (noch) nicht lohnt, hält Rossmann aber nicht davon ab, zu experimentieren. So kooperiert die Drogeriekette mit Amazon. Berliner Prime-Kunden können sich Drogerieartikel über Amazon von Rossmann liefern lassen - und das innerhalb einer Stunde. Dieser Test laufe noch, so Roßmann zur "Wirtschaftwoche". Bei der Zusammenarbeit gehe es darum, "besser zu verstehen, welche Angebote von den Kunden wie genutzt werden, und weniger um schnellen Gewinn."

Drogerie-Mitarbeiter packen aus: So mies werden Billiglöhner bei Rossmann behandelt


kg