Weltwirtschaftsforum Aufbruchstimmung in Davos


Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos ist das das Vertrauen der Unternehmen in steigende Erlöse und Wachstum so hoch wie lange nicht. Dafür macht diesmal die Show-Prominenz einen Bogen um die Veranstaltung.

Zu Beginn des Weltwirtschaftsforums in Davos herrschte zumindest was die Wirtschaftsentwicklung angeht Optimismus. Nach einer Umfrage der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers ist weltweit bei den Wirtschaftsführern das Vertrauen in steigende Erlöse und nachhaltiges Wachstum so hoch wie seit langem nicht mehr. Auch 91 Prozent der befragten deutschen Unternehmer rechnen mit einer positiven Umsatzentwicklung für die kommenden zwölf Monate, 55 Prozent sind sogar sehr zuversichtlich für das Jahr 2007. Bundeskanzlerin Angela Merkel eröffnete das Treffen am späten Nachmittag mit einer Grundsatzrede zur deutschen G8-Präsidentschaft.

1100 Chefs befragt

Für ihre Umfrage hat die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers nach eigenen Angaben 1100 Geschäftsführer und Vorstandssprecher (Chief Executive Officers/CEO) aus 50 Ländern zu ihrer Einschätzung der wirtschaftlichen Lage befragt. Schwerpunkt war dabei die Auswirkung der Globalisierung auf Unternehmen.

Eines der Hauptthemen beim Forum, zu dem bis Samstag etwa 2500 Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik, darunter 24 Staats- und Regierungschefs, erwartet werden, sollen die Folgen des Klimawandels für die Umwelt - und damit auch für die Wirtschaft - sein. Allein dazu sind 17 Diskussionsrunden vorgesehen.

Wachstum soll aus dem Osten kommen

Über 90 Prozent der Befragten beurteilen danach die Erträge und Wachstumsprognosen für die kommenden zwölf Monate positiv. Auch über einen längeren Zeitraum hinweg gesehen scheint das Vertrauen der Unternehmenschefs ungetrübt zu sein: 93 Prozent sind davon überzeugt, dass die Erlöse auch in den nächsten drei Jahren steigen werden.

Der Umfrage zufolge erhoffen sich viele Manager vor allem von der Wirtschaftsdynamik in Ländern wie China und Indien Wachstumschancen. Die Manager seien zunehmend optimistisch, von den Chancen der Globalisierung bei der Erschließung neuer Märkte profitieren zu können, sagte PwC-Chef Samuel DiPiazza. Dennoch zeigten sich die Unternehmensführer in der Erhebung besonnen und gaben an, fast alle geplanten Übernahmen und Fusionen mit vorhandenen Mitteln finanzieren zu wollen, anstatt Kredite aufzunehmen.

Sorgen wegen Klimawandel

Zunehmendes Kopfzerbrechen bereitet der Wirtschaftselite dagegen der Klimawandel. Vierzig Prozent der Umfrageteilnehmer äußerten darüber Sorge. Unter den nordamerikanischen Managern waren es allerdings nur 18 Prozent. Immer mehr Wirtschaftsführer rechnen damit, dass der Kohlendioxidausstoß ihre Unternehmen mit erheblichen Kosten belasten und Untätigkeit auf diesem Gebiet zur Entfremdung ihrer umweltbewussten Kunden führen könne. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Gallup unter Teilnehmern des Weltwirtschaftsforums zufolge bewertet mittlerweile jeder fünfte Wirtschaftsführer die Auswirkungen des Klimawandels als wichtiges Managementthema. Noch im vergangenen Jahr waren es halb so viele.

Im Gegensatz zu vergangenen Jahren dürfte die Wirtschaftselite in diesem Jahr weitgehend unter sich bleiben: Die Prominenz aus dem Show-Geschäft macht einen Bogen ums Weltwirtschaftsforum. Nachdem US-Schauspielerinnen wie Angelina Jolie und Sharon Stone in den Vorjahren für Glanz sorgten, werden diesmal nur zwei Show-Größen in dem Schweizer Skiort erwartet. U2-Sänger Bono kommt zu dem Wirtschaftgipfel, um mit den Teilnehmern über die Probleme in Afrika zu diskutieren. Auch Peter Gabriel will mehrere Veranstaltungen besuchen. "Wir haben in den vergangenen Jahren so genannte Stars eingeladen, weil sie Wichtiges zu sehr speziellen Themen zu sagen hatten", sagte der Chef und Gründer des Forums, Klaus Schwab, am Mittwoch. In diesem Jahr würden diese speziellen Botschafter nicht gebraucht.

DPA/Reuters DPA Reuters

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker