VG-Wort Pixel

HIV-Bekämpfung Aufbruchstimmung vor Welt-Aids-Treffen


Selten waren Experten und Politiker so optimistisch, den Kampf gegen HIV gewinnen zu können, wie vor der diesjährigen Welt-Aids-Konferenz. Motto: "Gemeinsam das Blatt wenden". Kritisch sehen viele allerdings, dass Präsident Obama nicht kommt - obwohl das Treffen in Washington ist.

Aufbruchstimmung vor der #Link;http://www.stern.de/wissen/mensch/welt-aids-konferenz-90430955t.html;Welt-Aids-Konferenz# in Washington: Gestützt von ermunternden neuen Statistiken und Forschungsergebnissen wollen Politiker und Wissenschaftler das Treffen nutzen, um #Link;http://www.stern.de/gesundheit/hiv-90167854t.html;HIV# den letzten Kampf anzusagen. "In einem noch vor wenigen Jahren undenkbaren Szenario wissen wir jetzt, dass wir noch zu unseren Lebzeiten damit beginnen können, Aids zu beenden", sagte der Präsident der Internationalen Aids-Gesellschaft (IAS), Elly Katabira, im Vorfeld der von seiner Organisation veranstalteten Konferenz.

Rund 25 000 Teilnehmer haben sich zu dem Treffen angekündigt, das am Sonntag eröffnet wird und bis zum 27. Juli dauert. Dazu zählen hochkarätige Gäste wie der ehemalige US-Präsident #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/bill-clinton-90267481t.html;Bill Clinton#, Microsoft-Gründer #Link;http://www.stern.de/digital/computer/bill-gates-90284106t.html;Bill Gates#, Weltbank-Präsident #Link;http://www.stern.de/wirtschaft/jim-yong-kim-91445090t.html;Jim Yong Kim#, die Schauspielerinnen #Link;http://www.stern.de/kultur/film/sharon-stone-90344809t.html;Sharon Stone# und #Link;http://www.stern.de/lifestyle/liebesleben/whoopi-goldberg-90356878t.html;Whoopi Goldberg# sowie der Sänger #Link;http://www.stern.de/lifestyle/leute/elton-john-90294757t.html;Elton John#.

Einer aber fehlt und trübt damit die Stimmung: US-Präsident #Link;http://www.stern.de/politik/ausland/barack-obama-90259502t.html;Barack Obama# wird nicht an der Konferenz teilnehmen, bestätigte das Weiße Haus in der vergangenen Woche. Und das, obwohl es von seinem Dienstsitz bis zum Konferenzzentrum zu Fuß gerade einmal eine Viertelstunde dauert und bislang fast ausnahmslos alle Staatsoberhäupter der jeweiligen Gastgeberländer zu den Konferenzteilnehmern gesprochen haben.

Aids-Organisationen kritisierten Obama

Obama aber schickt lieber seine Außenministerin #Link;www.stern.de/politik/ausland/hillary-clinton-90260033t.html;Hillary Clinton# und lässt sich selbst nur kurz per Videobotschaft blicken. Von vielen Aids-Organisationen erntete Obama, der 2010 mit einer Aufhebung des Einreiseverbots für HIV-Infizierte in die USA die Konferenz in Washington erst wirklich möglich machte, für sein Fernbleiben scharfe Kritik.

Aber die Organisatoren wollen sich die Aufbruchstimmung nicht verderben lassen. "Gemeinsam das Blatt wenden" haben sie als Motto über die Konferenz gestellt und mit einer "Erklärung von Washington" wollen sie diese Aufforderung schriftlich festhalten. "Die wirtschaftliche Lage ist schwierig, aber die Wissenschaft sagt uns, dass es unverantwortlich wäre, diesen historischen Moment zu verpassen", mahnte die Co-Vorsitzende der Konferenz, Diane Havlir.

Resistenz gegen Medikamente nimmt weiter zu

Seit Jahren sinkt die Zahl der Neuinfektionen, immer mehr infizierte Menschen bekommen die lebensrettenden Medikamente, mit denen sich das Virus im Körper dauerhaft in Schach halten lässt. Zudem nehmen immer mehr betroffene Länder die Finanzierung ihrer Aids-Kosten selbst in die Hand, zeigen aktuelle Statistiken und Studien. Auf der Konferenz sollen zahlreiche weitere Erkenntnisse veröffentlicht und es soll besprochen werden, wie die positive Entwicklung fortgesetzt und ausgebaut werden kann.

Für eine Entwarnung sei es noch viel zu früh, mahnen Hilfsorganisationen. Noch immer bekommt nur knapp mehr als die Hälfte der bedürftigen HIV-Infizierten Medikamente. Und einer neuen Studie der Weltgesundheitsorganisation WHO zufolge nimmt die Resistenz gegen die Medikamente weiter zu, wenn auch nicht so drastisch wie befürchtet. "Die Geschwindigkeit, mit der die Behandlung ausgebaut wird, und die finanziellen Mittel müssen verdoppelt werden", fordert Oliver Moldenhauer von der Hilfsorganisation #Link;http://www.stern.de/fotografie/aerzte-ohne-grenzen-90276911t.html;Ärzte ohne Grenzen#. "Die HIV/Aids-Epidemie ist noch lange nicht unter Kontrolle."

Cristina Horsten, DPA DPA

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker