Wirtschaftswachstum Clement zuversichtlich


Erstmals seit dem Jahr 2000 ist das Bruttoinlandsprodukt wieder deutlich gewachsen. Ein Teil des Erfolgs ist allerdings auf die für die Wirtschaft günstige Lage der Feiertage zurückzuführen.

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt hat sich 2004 im Vergleich zum Vorjahr um 1,7 Prozent erhöht. Dies ist der stärkste Anstieg seit 2000 und eine deutliche Verbesserung gegenüber den Jahren 2002 und 2003, in denen die Wachstumsrate bei 0,1 bzw. minus 0,1 Prozent lag.

Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement bezeichnete das Wirtschaftswachstum als Ende einer dreijährigen Stagnation und sagte für dieses Jahr eine noch stärkere Erholung voraus. "2005 wird die wirtschaftliche Erholung an Kraft und Breite gewinnen", sagte er am Donnerstag in Berlin zu dem vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Bruttosozialprodukt 2004.

Schwache Inlandsnachfrage

Die außerordentlich gute Exportleistung habe vergangenes Jahr für zwei Drittel des Zuwachses der Wertschöpfung gesorgt. Allerdings sei die Inlandsnachfrage noch schwach ausgefallen, die privaten Konsumausgaben seien weiter zurückgegangen. Auch hier erwartet der SPD-Minister eine Wende: "Mehr Zuversicht zusammen mit den neuerlichen Steuersenkungen zu Beginn des Jahres und die Erwartung einer allmählich verbesserten Lage am Arbeitsmarkt werden 2005 die Binnenwirtschaft aus dem Tal holen". Clement kündigte an, die Bundesregierung werde am 26. Januar ihren Jahreswirtschaftsbericht für 2005 vorlegen und dann auch ihre aktuelle Erwartung an die Konjunkturentwicklung bekannt geben.

Außer auf die positive Exportentwicklung ist ein Teil des Wachstums auf den so genannten "Kalendereffekt" zurückzuführen. Durch die Lage vieler Feiertage an Wochenenden standen im Jahr 2004 4,7 Arbeitstage mehr für die Produktion von Waren und für das Anbieten von Dienstleistungen zur Verfügung als 2003. Wird der "Kalendereffekt" herausgerechnet, lag das Wirtschaftswachstum im vergangenen Jahr nur bei 1,1 Prozent. Zusätzlich hat sich der auf einem historisch niedrigen Niveau liegende Krankenstand positiv auf die Arbeitsproduktivität ausgewirkt.

Anja Schulte-Lutz mit Material von AP/DPA DPA

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