Der politische Abwasch der Woche Die Aliens sind schon gelandet


Physiker Stephen Hawking warnt vor zukünftigen Begegnungen mit Außerirdischen. Aber was ist, wenn die Aliens längst in Berlin angekommen sind? Zeit für den Abwasch.
Von Axel Vornbäumen

Wenn der so unfassbar kluge Physiker Stephen Hawking etwas sagt, dann ist es so, wie wenn Schalkes Trainer Felix Magath einen neuen Spieler kauft: Es hat schon irgendwie seinen Sinn. Lassen wir mal einen Moment lang Magath beiseite und wenden uns Hawking zu, denn der hat in dieser Woche etwas wirklich beunruhigendes in seinen Sprachcomputer diktiert: Die Annahme nämlich, dass es im Universum mit seinen 100 Millionen Sternen keine weiteren Lebewesen gebe, als die, die sich auf der Erde tummelten, sei unrealistisch! Sagt Hawking. Bitte sehr. Und jetzt die besonders beunruhigende Nachricht: Hawking stellt sich die Außerirdischen als stachelschwänzige Weltraumnomaden vor, die über die Erde herfallen, sie kolonialisieren, aussaugen und dann weiterziehen würden. Schön ist das nicht.

Und wenn er irrt? Was, wenn sie in Wahrheit längst da sind? Verkleidet als Griechen... nein, stopp, platter Scherz. Dies ist ein seriöser Abwasch. Also noch mal. Die Außerirdischen sind längst da, lassen die Griechen allerdings Griechen sein und haben sich lieber als Guido Westerwelle verkleidet - wozu es nun wirklich erste ernsthaftere Indizien gibt, weil der Außenminister in jüngster Zeit gerne zu Protokoll gibt, dass er ein Mann sei, der in dieser schnelllebigen Zeit in ganz anderen, nämlich viel größeren Zeiträumen zu denken gedenke. Für uns normale Erdlinge wäre es schön, wenn wir davon mal was mitbekämen. Aber wahrscheinlich ist das dem außerirdischen Westerwelle so wurscht, wie wenn in einer fernen Galaxie einer sein Steuerkonzept auf einen Bierdeckel kritzelt.

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Apropos. Im irdischen Berlin, wo in dieser Woche eigentlich für nichts anderes mehr Platz war als für die Überlegungen, wie wir den Griechen die Milliarden hinterherwerfen ohne dass dies die Bild-Zeitung volkstribunalmäßig geißelt, tauchte justament Friedrich ("Bierdeckel") Merz auf, im Schlepptau der ewig nölige Wolfgang Clement, beide vereint in ihrem Brass auf die Sozis im Allgemeinen und Angela Merkel im Besonderen. Merz und Clement gefiel es, mächtig nach Führung in der Krise zu rufen. Das haben sie eigentlich schon von jeher gemacht, diesmal allerdings zwischen Buchdeckel gepresst. Außerirdisch war daran nix, es sei denn die Kameraden vom anderen Stern haben als Camouflage die besonders perfide Methode der ewigen Wiederholung gewählt.

Was die wert ist - also die ständige Wiederholung - können Menschen mit Gedächtnis übrigens sehr schön am Beispiel der westerwellschen FDP nachprüfen, die dieser Tage sich von ihrem Mantra der zügig umzusetzenden Steuersenkungen zähneknirschend verabschiedet hat. Begründung: Das Geld fehlt. Das, indes, hätte man allerdings auch schon vor einem halben Jahr, wissen können - als Außerirdischer, der in anderen Zeiträumen denkt, sowieso.

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Gibt's noch ne gute Nachricht zum Abwaschabschluss? Gibt es: In acht Tagen sind Landtagswahlen. Danach beginnt die neue, die wirklich harte Zeit. Dann wird das ganze Elend erst richtig sichtbar. Womöglich werden wir dann schon bald anfangen zu warten auf Hawkings stachelschwänzige Weltraumnomaden. Wo bleiben die denn so lange...


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