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Ex-NRW-Landesvater und "Superminister" Wolfgang Clement ist tot – Merkel: "Er hat unserem Land große und bleibende Dienste erwiesen"

Wolfgang Clement
Wolfgang Clement auf einem Foto aus dem Juni 2020. Der ehemalige Bundesminister und NRW-Ministerpräsident starb nun im Alter von 80 Jahren.
© Rolf Vennenbernd / Picture Alliance
Der ehemalige Bundesminister und NRW-Landeschef Wolfgang Clement ist tot. Er starb an den Folgen einer Krebserkrankung. Auf Twitter nehmen Politiker Abschied. 

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister und nordrhein-westfälische Ministerpräsident Wolfgang Clement ist tot. Der 80-Jährige sei am frühen Sonntagmorgen zu Hause in Bonn im Kreis der Familie friedlich in seinem Bett gestorben, erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Familienkreis.

Auch die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft bestätigte Clements Tod. Der ehemalige SPD-Politiker war Kuratoriumsvorsitzender des Netzwerks. Bundeskanzlerin Angela Merkel schrieb in einer Stellungnahme, Clement habe Deutschland "große und bleibende Dienste erwiesen". Und weiter: "Wolfgang Clement hat viel dazu beigetragen, notwendigen wirtschaftlichen Strukturwandel und die Belange der arbeitenden Menschen miteinander in Einklang zu bringen".

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das Lebenswerk des verstorbenen früheren NRW-Ministerpräsidenten und Bundeswirtschaftsministers Wolfgang Clement gewürdigt. Clement habe sich in allen seinen Ämtern "über alle Parteigrenzen hinweg bleibende Verdienste erworben", schrieb er in einem Kondolenzschreiben an die Witwe Karin Clement.

FDP-Chef Christian Lindner twitterte am Sonntag: "Die FDP trauert um Wolfgang Clement. Als Sozialliberaler setzte er sich Zeit seines Lebens für sozialen Aufstieg, Arbeit und Wachstum ein."

Vizekanzler und Bundesfinanzminister Olaf Scholz verabschiedete sich von einem "ebenso überzeugten wie streitbaren" Politiker: 

Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schrieb, Deutschland verliere einen großen Patrioten, "dem es nicht um Ideologie, sondern um Menschen und Arbeitsplätze ging". 

Der SPD-Politiker Clement saß ab 1993 im Landtag von NRW, er galt als Schützling von Johannes Rau, dem langjährigen Regierungschef in Düsseldorf und späteren Bundespräsidenten (1999 bis 2004). Von 1998 bis 2002 war Clement als Nachfolger Raus Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen. Zwischen 2002 und 2005 bekleidete er als sogenannter "Superminister" das Amt des Bundesministers für Arbeit und Wirtschaft. Nach der Beendigung seiner politischen Laufbahn wechselte er in die Wirtschaft. Ab 2006 saß Clement im Aufsichtsrat der RWE Power AG, weitere Aufsichtsratmandate folgten. Sein schneller Wechsel von der Energiepolitik in die Energiewirtschaft wurde seinerzeit kontrovers bewertet. 2008 war er aus der SPD ausgetreten und hatte in der Folge die FDP unterstützt. Im Sommer war eine Lungenkrebserkrankung des Ex-Politikers bekannt geworden. 

Schröder rechnete Wolfgang Clement sein Engagement hoch an

Ende August war Clement zu einem Abendessen von Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) zum 74. NRW-Geburtstag gekommen. Seine Krankheit hatte ihn da bereits sichtbar gezeichnet.

Auch Laschet nahm auf Twitter Abschied von seinem Amtsvorgänger. 

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schrieb in einem Tweet: "Die Begegnungen mit Wolfgang Clement hatten Tiefgang, geprägt von einer tiefen Verwurzelung in der sozialen Marktwirtschaft und menschenfreundlichem Pragmatismus."

Auch die Landes-SPD in NRW nahm Abschied: 

Als Clement am 7. Juli 80 Jahre alt wurde, sagte der ehemalige SPD-Bundeskanzler Gerhard Schröder der Deutschen Presse-Agentur: "Wolfgang Clement hat politisch viel bewegt, in Nordrhein-Westfalen ebenso wie auf Bundesebene." Schröder sagte weiter: "Ich habe es ihm hoch angerechnet, dass er im Jahr 2002 das Amt des Ministerpräsidenten aufgegeben und in meinem Kabinett den Posten des Bundesministers für Wirtschaft und Arbeit angenommen hat."

Zusammen mit dem damaligen Chef des Bundeskanzleramts Frank-Walter Steinmeier habe er zu den wichtigen Akteuren gehört, die die Reformagenda 2010 konzipiert hätten, sagte Schröder.

rös DPA

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