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Der Mann neben Willy Brandt: Ehemaliger SPD-Politiker Horst Ehmke ist tot

Kanzler Willy Brandt nannte ihn einen "Spezialisten für Alles": Der ehemalige SPD-Politiker Horst Ehmke ist am Sonntag im Alter von 90 Jahren in Bonn gestorben. Seine Jahre im Ruhestand nutzte er für ein kreatives Hobby.

Politiker Horst Ehmke spricht im April 1982 beim SPD-Parteitag

Horst Ehmke spricht im April 1982 beim SPD-Parteitag

Die Familie von Horst Ehmke ließ seinen Tod durch den früheren Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement bestätigen. Horst Ehmke war vor allem als früherer sozialdemokratischer Bundesminister und Kanzleramtschef bekannt. Er starb am Sonntag im Alter von 90 Jahren in einem Krankenhaus in Bonn.

Der in Danzig geborene Jura-Professor war als Chef der Regierungszentrale (1969-72) eine wichtige Stütze für Kanzler Willy Brandt. An der Durchsetzung der Ostpolitik war Ehmke als "Spezialist für alles", wie ihn Brandt titulierte, entscheidend beteiligt. Die Guillaume-Spionage-Affäre führte 1974 auch zu seinem Ausscheiden aus dem Kabinett, dem er zuletzt als Forschungs- und Postminister angehörte. Bis 1990 vertrat Ehmke dann in der Opposition die SPD-Außenpolitik.

Horst Ehmke schrieb im Ruhestand Kriminalromane 

Im Parteivorstand der SPD galt er als einer der Wortführer der "linken Mitte".

Als einer der ersten in der SPD-Spitze erkannte er, dass die Sprachlosigkeit in Richtung der Grünen auf Bundesebene nicht ewig anhalten konnte. Auch die Kontakte zur FDP ließ der einstige Sozialliberale nie abreißen.

Im Ruhestand in Bonn wandte sich Ehmke einem neuen Metier zu und schrieb Kriminalromane, die zumindest im politischen Umfeld spielen.

sve / DPA