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Zahl der Erwerbslosen sinkt: Kräftiger Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt

Die anhaltend stabile Konjunktur macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Im März ist die Zahl der Menschen ohne Job nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit um rund 100.000 auf 3,21 Millionen zurückgegangen. Der Aufschwung ist dennoch nicht mehr so dynamisch wie zuletzt.

Die stabile Konjunktur hat im März für einen kräftigen Frühjahrsaufschwung am Arbeitsmarkt gesorgt. Nach Berechnungen von Arbeitsmarktexperten ist die Zahl der Erwerbslosen zu Beginn des Frühlings um rund 100.000 auf 3,21 Millionen gesunken. Dies waren rund 350.000 eniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote nahm um 0,3 Punkte auf 7,6 Prozent ab. Vor einem Jahr hatte sie bei 8,5 Prozent gelegen.

Der Vorstandschef der Bundesagentur für Arbeit, Frank-Jürgen Weise, sagte: "Der Arbeitsmarkt entwickelte sich im Frühjahrsmonat März positiv. Der wirtschaftliche Aufschwung lässt die Arbeitslosigkeit weiter zurückgehen. Auch die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung und die Erwerbstätigkeit liegen weiter auf Wachstumskurs, auch die Nachfrage nach Arbeitskräften ist hoch."

Wirtschaft entwickelt sich weniger dynamisch

Selbst nach Abzug von Saisoneffekten ist die Arbeitslosigkeit im März zwischen 30.000 und 40.000 zurückgegangen. Dies sei ein deutlicher Hinweis darauf, wie stark der Schub der Konjunktur derzeit sei, betonten Volkswirte deutscher Großbanken bereits vor der Bekanntgabe der offiziellen Zahlen.

Einige Volkswirte rechneten sogar mit einem noch stärkeren Rückgang der Arbeitslosigkeit. Für Schub sorgt nach Einschätzung von Rolf Schneider von der Allianz das gute Exportgeschäft und das zweistellige Wachstum bei Ausrüstungsinvestitionen.

Die Experten-Einschätzung deckt sich weitgehend mit der optimistischen Einschätzung der Bundesagentur zur aktuellen Arbeitskräftenachfrage, die sich derzeit auf Rekordniveau bewege. Seit vielen Jahren hätten deutsche Unternehmen nicht mehr so viele neue Mitarbeiter gesucht wie derzeit, teilte die Bundesagentur bei der Bekanntgabe ihres monatlichen Beschäftigungsindexes BA-X mit.

Allerdings habe sich die Wachstumsdynamik etwas abgeschwächt. Der entsprechende Indikator habe sich im März nur noch um einen Zähler auf 165 verbessert, teilte die BA mit. In den Vormonaten hatte der von der Bundesagentur errechnete Indikator monatliche Sprünge von 4 bis 5 Punkten gemacht. Vor allem Zeitarbeitsunternehmen suchten nach Arbeitskräften: Jede dritte gemeldete freie Stelle stamme von dieser Branche.

Krisen in Japan und Libyen wirken sich nicht aus

Die Japan-Krise stellt nach Einschätzung deutscher Großbanken derzeit noch kein Risiko für den deutschen Arbeitsmarkt dar. Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld räumte zwar ein, dass Prognosen nach dem schweren Erdbeben in Japan und der Libyen-Krise schwieriger geworden seien. "Ich gehe aber im Moment noch nicht davon aus, dass diese Faktoren Schleifspuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen", sagte er.

Der Arbeitsmarkt-Experte der DZ-Bank, Glenn Marci, hält es sogar für möglich, dass die deutsche Wirtschaft und damit auch der Arbeitsmarkt von Produktionsproblemen in Japan profitiert. "Japan ist eher Konkurrent der deutschen Industrie. Wenn es in Japan bei hoch technologisch hochwertigen Gütern zu Lieferengpässen kommt, könnte es zu Verschiebeeffekten nach Deutschland kommen", meint Marci. Ansonsten hielten sich die Verflechtungen der deutschen und japanischen Wirtschaft in Grenzen.

dho/DPA / DPA