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Günstig Tanken und Heizen: So viel sparen wir dank Billig-Öl

Öl ist so billig wie seit Jahren nicht. Für viele Verbraucher ist das eine gute Nachricht. Sie können bei Benzin und Heizöl richtig viel sparen. Hier sehen Sie, wieviel das im Portemonnaie ausmacht.

Von Daniel Bakir

Niedrige Spritpreise: Nur gar nicht fahren ist günstiger

Niedrige Spritpreise: Nur gar nicht fahren ist günstiger

Das schwarze Gold wird zur Ramschware: Vor einem halben Jahr stand der Ölpreis noch bei über 100 Dollar. Am Mittwoch kosteten die beiden wichtigsten Ölsorten Brent und WTI nur noch weniger als 50 Euro. So billig war der Rohstoff seit Frühjahr 2009 nicht. Wegen der derzeitigen Überproduktion halten Experten sogar ein Abstürzen auf unter 40 Dollar für möglich.

Für viele Länder, die vom Öl-Export leben, ist der Verfall der Preise eine Katastrophe. Verbraucher hierzulande aber können sich freuen. Vor allem Autofahrer und Besitzer von Ölheizungen spüren die sinkenden Preise im Portemonnaie, beim Tanken und Heizen können sie richtig viel Geld sparen. Wie groß der Spareffekt ist, zeigen diese Grafiken.

Die Spritpreise befinden sich seit vergangenem Sommer im Sturzflug. Im Juni 2014 kostete ein Liter Super E10 im Monatsschnitt rund 1,558 Euro. Seitdem sanken die Preise an den Tankstellen rapide. Aktuell liegt der Preis laut ADAC im bundesweiten Schnitt bei 1,275 Euro je Liter. Jede 50-Liter-Tankfüllung ist somit heute rund 14 Euro günstiger als noch vor einem halben Jahr. Wer zwei Tankfüllungen pro Monat verfährt, spart demnach 336 Euro im Jahr.

Der Literpreis beim Diesel sank im selben Zeitraum von 1,385 Euro auf 1,161 Euro, was eine Ersparnis von rund 11 Euro je Tankfüllung ergibt.

Auch wer eine Ölheizung hat, dürfte die aktuelle Entwicklung mit Wohlwollen verfolgen. Laut der Firma Esyoil, die aus den Preisen in elf deutschen Regionen einen Durchschnittspreis bildet, kosten 100 Liter Heizöl heute etwa 54 Euro. Vor genau einem Jahr waren es noch rund 80 Euro, vor zwei Jahren 86 Euro.

Bei einem Jahresbedarf von 3000 Litern Heizöl, ergibt das eine Ersparnis von 780 Euro gegenüber dem Vorjahr und 960 Euro im Vergleich zum Januar 2013.

Wer mit Gas heizt, spart dagegen kaum. Zwar sind auch die Gaspreise 2014 um rund ein Viertel gesunken - allerdings nur im Großhandel. An die Verbraucher haben die Versorger davon nur wenig weitergegeben.

Auch die Industrie freut sich

Auch deutsche Unternehmen freuen sich über den niedrigen Ölpreis. Der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Martin Wansleben, verglich die Wirkung in der "Bild" mit einem riesigen Konjunkturpaket. Von den niedrigen Energiekosten profitierten sowohl die Industrie als auch Fluggesellschaften und Spediteure, sagte Wansleben. Unterm Strich profitieren Firmen und Verbraucher nach Berechnungen des DIHK in diesem Jahr um 20 Milliarden Euro.

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