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"Die Stunde Null" "Smudo ist nicht nur ein PR-Gag!" Die Geschichte hinter der Luca-App

Smudo zeigt Luca-App
Fanta-4-Rapper Smudo trommelt für die Luca-App
© Axel Heimken / DPA
Seit Tagen sorgt die "Luca"-App für einen Hype. Was kann sie? Und was haben die "Fantastischen Vier" wirklich damit zu tun? Der Mitentwickler Patrick Hennig erzählt die Story hinter der Software.

Mehrere Städte haben sie getestet, zahlreiche Pflegeheime, Mecklenburg-Vorpommern hat sogar die Lizenz erworben: Seit Tagen sorgt die "Luca"-App für Schlagzeilen. Offenbar weil sie ein Problem lösen kann – und weil der Rapper Smudo dahintersteht. "Und das ist kein PR-Gag", versicherte der Mitentwickler Patrick Hennig im Podcast "Die Stunde Null": "Wir haben das wirklich gemeinsam Stück für Stück entwickelt." Der einstige Frontmann der "Fantastischen Vier" habe jedes technische Detail drauf. "Smudo sagt immer: Wir beide haben innerhalb von zwölf Wochen ein Studium in Virologie und Epidemiologie nachgeholt." 

Entwickelt hat die Luca-App das Berliner Tech-Startup Nexenio, dessen CEO Hennig ist. Das Unternehmen, spezialisiert auf hochsichere IT-Lösungen, ist eine Ausgründung des Hasso-Plattner-Instituts. Der Kontakt zu der Hip-Hop-Band kam über einen Freund, die Entwicklung von Luca begann im September. "Uns ging es nicht darum, eine App zu entwickeln, sondern das System dahinter", sagte Hennig. "Der eigentliche Zauber von Luca ist, dass es den Prozess mit den Gesundheitsämtern digitalisiert und sie entlastet, sodass die sich um ihre eigentliche Arbeit kümmern können." Den Entwicklern war es wichtig, alle "an einen Tisch zu holen". "Viele Gesundheitsämter haben zu uns gesagt: Endlich spricht mal jemand mit uns. Die waren alle total offen. Bis zum heutigen Tag."

Digitale Anbindung ans Gesundheitsamt

Die digitale Anbindung an die Gesundheitsämter ist der Kern der App, die Nutzerdaten werden verschlüsselt hinterlegt. "Wir verstehen uns als Software, als Verwaltungstool für die Gesundheitsämter, um mit den Akteuren direkt zu kommunizieren und zu interagieren", sagte Hennig. "Ziel ist, dass ein Gesundheitsamt innerhalb von einer Stunde mitmachen kann. Nur dann ist es skalierbar." 

Derzeit sei man mit rund 200 Gesundheitsämtern im Gespräch. Neben den Nordseeinseln Sylt und Föhr setzen auch Kiel und Rostock auf die App. Baden-Württemberg hat ein Konzept vorgestellt, das mit Luca arbeitet und Mecklenburg-Vorpommern hat dieser Tage die Lizenz erworben. Nachdem die App Ende Februar in der Talkshow von "Anne Will" vorgestellt wurde, habe es innerhalb von vier Tagen eine Millionen Downloads gegeben. Nach der Ausweitung der Dokumentationspflicht seien zudem innerhalb von 30 Stunden rund 8000 Standorte registriert worden. "Wir hatten ganz viele Zusendungen von Leuten, die diese QR-Codes schön designt haben und in die Schaufenster ihrer Läden gestellt haben. Da ist eine Dynamik entstanden, die war wirklich Wahnsinn", sagte Hennig. Als nächstes werde man sich um die Frage kümmern, wie Testergebnisse und Impfnachweise sinnvoll integriert werden können.

Hören Sie in der neuen Folge von "Die Stunde Null":

  • Wie die "Luca"-App funktioniert – einfach und anschaulich erklärt (ab Minute 18:25)
  • Warum Stadion- und Restaurantbesuche mit der App schon bald wieder möglich sein könnten (ab Minute 24:40)
  • Wie sich das Projekt finanziert und welches Geschäftsmodell hinter der App steckt (ab Minute 29:35)

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