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Phosphat im Fleisch: Wird der Döner bald verboten?

Sozialdemokraten und Grüne wollen im Umweltausschuss des EU-Parlaments den Phosphat-Einsatz bei tiefgefrorenen Dönerspießen verbieten. Der im Fleisch enthaltene Zusatz könne gesundheitliche Schäden hervorrufen, so die Begründung.

Dönerspieß

Der Umweltausschuss des EU-Parlaments will den Phosphat-Zusatz im Döner nicht mehr zulassen (Symbolbild)

Im EU-Gesetz wurde eine Lücke entdeckt, die bedeuten könnte, dass es bald vorbei ist mit dem Döner. Grund ist das dem Fleisch beigefügte Phosphat. Dieses bindet Wasser und sorgt dafür, dass das Fleisch am Spieß nicht vertrocknet und zerfällt. Jedoch ist dieser Zusatz nur bei frischen Dönern erlaubt. Die meisten Döner-Spieße der rund 500 Tonnen Dönerfleisch, die jeden Tag in der EU konsumiert werden, werden tiefgefroren ausgeliefert.

 

Der Einsatz von Phosphat in tiefgefrorenem Fleisch ist in der EU-Verordnung nicht klar geregelt - er ist weder ausdrücklich erlaubt noch verboten. Bei frischem Fleisch - nicht nur Döner, auch Wurstbrät oder Kassler - ist er erlaubt. Die EU-Kommission wollte deshalb die Verwendung auch in tiefgefrorenem Fleisch erlauben, doch der Umweltausschuss des EU-Parlaments sei dagegen, berichtet die "Bild-Zeitung". Die Initiative ging von Sozialdemokraten und Grünen aus; die Parteien begründen ihre Entscheidung damit, dass Phosphat für gesundheitliche Probleme sorgen könne, darunter Herz- und Kreislaufprobleme. Wenn das gesamte Parlament dem Ausschuss im Dezember folgt, wird der Zusatzstoff zwecks Verbot dem Dönerfleisch bald nicht mehr beigefügt, und das würde das Aus für zahlreichen Döner-Imbisse bedeuten.

Panikmache oder Ernst?

"Sofern sich der Einspruch des Europäischen Parlaments durchsetzt, wäre dies das Todesurteil für die gesamte Dönerindustrie in der Europäischen Union", sagte Kenan Koyuncu, Vorsitzender des Bundesverbandes der Döner- und Drehspießhersteller Deutschlands der "Bild"-Zeitung. CDU-Politikerin Renate Sommer entgegnete jedoch in ihrem Facebook-Statement: "Die Unterstellung seitens der Grünen und Sozialdemokraten, durch den Phosphatzusatz könne eine Gesundheitsgefährdung entstehen, ist lächerlich und dient wohl eher der Panikmache." Eine so geringe Aufnahme von Phosphat, die in einem Döner enthalten ist (134 mg), sei vollkommen unbedenklich, laut "Europäischer Behörde für Lebensmittelsicherheit" (EFSA). Allein in Deutschland werden tagtäglich nicht weniger als 2,2 Millionen Döner verspeist.

dm
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