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NEUE RENTE TEIL 1: Alles Riester?

Der Staat wird die private Altersvorsorge mit Milliarden fördern. Die große stern-Serie zeigt, worauf Sie bei der »Riester-Rente« achten müssen. Diesmal: die neue betriebliche Altersvorsorge.

Am Ende ging es ganz schnell

. Die IG Metall hatte sich bis in den Mai hinein gegen die Rentenreform der Regierung gewehrt - vor allem dagegen, dass künftig die Beschäftigten selbst fürs Alter sparen müssen, wollen sie die durch die Reform gerissene Lücke schließen. Doch schon Anfang September gründete die Gewerkschaft einträchtig mit dem Arbeitgeberverband Gesamtmetall ein Altersversorgungswerk, eigens geschaffen, das Geld der 3,5 Millionen Arbeitnehmer des wichtigsten deutschen Industriezweigs einzusammeln. Am Anfang Streit - am Ende eine ausgefeilte Institution: So funktioniert der rheinische Kapitalismus.

Die grundlegende Reform der Alterssicherung

nimmt Gestalt an: Neben dem traditionellen Umlageverfahren der gesetzlichen Rentenversicherung - Arbeitnehmer zahlen für Rentner - wird eine persönliche, kapitalgedeckte Zusatzrente (auch »Riester-Rente«) eingeführt. Ein grundlegender Denkwechsel, denn Arbeitnehmer sparen künftig eigenes Geld für den eigenen Ruhestand.

stern.de stellt in den nächsten Tagen und Wochen die wichtigsten Regeln des neuen Rentensystems vor. Dabei steht die einschneidendste Neuerung am Anfang: die neue betriebliche Altersvorsorge.

Rund 27 Millionen Arbeitnehmer

sollen vom kommenden Jahr an bis zu vier Prozent ihres Bruttoeinkommens fürs Alter zurücklegen, weil die gesetzliche Rente einen auskömmlichen Ruhestand nicht mehr garantiert. Als erste Branche haben die Metaller mit ihrem Versorgungswerk flächendeckend ein Instrument geschaffen, das es den Beschäftigten erleichtert, diese Sparvorgaben von Arbeitsminister Walter Riester auch zu erfüllen. Auch die Chemieindustrie arbeitet intensiv an ähnlichen Modellen. Die Bauwirtschaft will bestehende Pensionskassen erweitern, andere Branchen werden folgen.

Zugleich wird der Idee der Betriebsrente

neues Leben eingehaucht. Bislang hat deutlich weniger als die Hälfte der deutschen Arbeitnehmer Anspruch auf eine Rente vom Chef. Meistens sind das Kleckerbeträge. Gerade mal fünf Prozent des Alterseinkommens der Deutschen stammen aus Unternehmensrenten. Von Januar 2002 an hat jeder Arbeitnehmer einen Anspruch, bis zu vier Prozent seines Einkommens steuerfrei in eine Betriebsrente einzuzahlen, der Staat polstert diese Vorsorge noch mit Zulagen und Steuervorteilen zusätzlich auf.

Deshalb dürften sehr viele Arbeitnehmer

ihre zusätzliche Altersversorgung über den Betrieb organisieren. Die Deutsche Bank erwartet mittelfristig 20 Milliarden Mark Beiträge zur betrieblichen Altersvorsorge pro Jahr. Allein aufgrund der Riester-Förderung werden die Bundesbürger bis zum Jahr 2010 rund 160 bis 180 Milliarden Euro Vermögen in privater und betrieblicher Altersvorsorge angesammelt haben, schätzen die Fachleute der Deutschen Bank Research.

Goldene Zeiten also für Finanzdienstleister

. »Riester-Rente und betriebliche Altersversorgung sind in allen Häusern das beherrschende Thema«, sagt Werner Lüdenbach, Leiter des Bereichs Betriebliche Altersversorgung der Axa Lebensversicherung. Auch beim Marktführer Allianz Leben stehen die Berater in den Startlöchern. »Wir stocken unsere Vertriebsmannschaften gegenwärtig kräftig auf«, sagt Vorstandsmitglied Jürgen Eichelmann.

Die Vorfreude ist verständlich

. Bei der betrieblichen Altersvorsorge gibt es die Kunden im Paket. So zahlen in den bereits bestehenden Pensionsfonds der Volkswagen AG 120.000 Mitarbeiter ein. Jahr für Jahr kommt da ein Betrag in dreistelliger Millionenhöhe zusammen. Während sich diese Summe bereits eine Tochtergesellschaft der Deutschen Bank gesichert hat, werden die großen Kuchen erst noch gebacken.

Neue Zeiten aber auch für Gewerkschafter

. Lange Zeit war den Traditionalisten gerade in der IG Metall der Gedanke des Teufels, das sauer verdiente Geld der Werktätigen den fiesen Spekulanten an den Finanzmärkten in den Rachen zu werfen. Die Aktie war ihnen Sinnbild des typischen Kapitalistenlebens. Und nicht zu Unrecht fürchten sie unangenehme Konflikte: Die Renditeerwartungen der großen Fonds schaffen oft erst jenen Druck auf die Unternehmen, unter denen am Ende die Arbeitnehmer leiden. Die Idee des Shareholder Value hat schon manchen den Job gekostet - auch wenn er selbst Shareholder war.

Doch ideologisch entkrampfteren Gewerkschaftsfunktionären

ist längst klar, dass sie ihrer Klientel keinen Gefallen tun, wenn sie die allein der unsicheren Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung anvertrauen. Zudem juckte es einigen bei dem Gedanken in den Fingern, durch die Macht des Aktionärs in die Unternehmen hineinregieren zu können. Vorbild sind die Pensionsfonds in den USA, die mit insgesamt 13 Billionen Dollar Arbeitnehmerkapital enormen Druck auf den Klassenfeind ausüben können.

Schon fürchten viele Arbeitgeber

einen bedrohlichen Machtzuwachs der neuen Kapitalisten im Blaumann. Doch dazu wird es in Deutschland vorerst nicht kommen. Die Gremien des neuen Altersvorsorgewerks der Metallindustrie werden streng paritätisch besetzt, die Anlageentscheidungen fällen die Experten der beauftragten Finanzdienstleister. Die müssen lediglich, so steht es vage im Vertrag zwischen IG Metall und Gesamtmetall, »ethische Belange, soziale Verantwortung und ökologische Nachhaltigkeit berücksichtigen«.

Mehr hätten die Arbeitgeber nicht akzeptiert

- und mehr wollten insgeheim wohl auch viele Gewerkschafter nicht. Denn sie wissen um das Dilemma, in das sie unweigerlich gerieten, wenn jede Anlageentscheidung erst einmal politisch diskutiert werden müsste. »Es geht darum, für die Beschäftigten eine angemessene Rendite zu erzielen. Die Tarifparteien sollten die Anlage deshalb unabhängigen Profis überlassen und sich nicht einmischen«, sagt Heribert Karch, Leiter der Abteilung Tarifpolitik der IG Metall. Geht es um die Rente, gilt längst auch für deutsche Gewerkschafter: Performance statt Parolen.

Überblick: Fünf Wege zur Rente vom Chef?

Mit Beginn des nächsten Jahres wird die betriebliche Altersvorsorge über fünf so genannte Durchführungswege organisiert:

Direktzusagen

zahlen die Arbeitgeber ihren ehemaligen Beschäftigten unmittelbar aus dem Betriebsvermögen eine Rente. Die Unternehmen bilden dafür Pensionsrückstellungen.

Unterstützungskasse

ist eine rechtlich selbstständige Einrichtung. Sie wird aus Beiträgen der Unternehmen und aus Kapitalerträgen finanziert. Bei beiden Wegen zahlen die Arbeitnehmer keine eigenen Beiträge ein. Deshalb gibt es auch keine staatliche Förderung. Sie können ihre Ansprüche aber steuer- und sozialabgabenfrei in einen Pensionsfonds übertragen.

Direktversicherungen

sind Lebensversicherungen, die der Arbeitgeber zu Gunsten des Arbeitnehmers abschließt. Für die Beiträge gibt es doppelte Förderung: die Riester-Förderung sowie die Pauschalbesteuerung.

Pensionskassen

funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie die Direktversicherungen. Allerdings bei den Pensionskassen die Arbeitnehmer selbst Mitglied. Für die zu entrichtenden Beiträge ist eine eine dreifache Förderung in Aussicht gestellt: die steuerfreie Entgeltumwandlung, die Riester-Förderung und die Pauschalbesteuerung. Zusätzliche Aufwendungen der Arbeitgebers sind bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei.

Pensionsfonds

sind Investmentfonds. Die Fondsgesellschaften dürfen bei der Kapitalanlage ein höheres Risiko eingehen und stärker in Aktien investieren als beispielsweise Versicherungen oder Pensionskassen. Vor Insolvenzen soll ein Pensions-Sicherungsverein schützen. Für die Beiträge gibt es eine doppelte Förderung: die steuerfreie Entgeltumwandlung und die Riester-Förderung. Zusätzliche Aufwendungen des Arbeitgebers sind bis zu einer Höhe von vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung steuer- und sozialabgabenfrei.

betriebliche Altersvorsorge gefördert

wird:

Riester-Förderung

zu erhalten, müssen Arbeitnehmer Geld aus ihrem Nettoeinkommen für die Altersversorgung zurücklegen. Der Staat beteiligt sich mit Direktzulagen oder schreibt den Sparern Steuervorteile gut. Das Finanzamt rechnet für jeden aus, mit welcher Form der Förderung er besser fährt - für den Durchschnittsverdiener mit Familie ist es meist die Zulage. Sie startet 2002 mit 38 Euro jährlich, pro Kind gibt es 46 Euro obendrauf. Wenn die Förderung ab 2008 voll angelaufen ist, bekommt jeder Sparer 154 Euro pro Jahr sowie für jedes Kind 185 Euro.

Pauschalbesteuerung

können Arbeitnehmer jährliche Beiträge bis zu 1.742 Euro (3.408 Mark) pauschal zu einem Satz von 20 Prozent versteuern lassen. Das kann vor allem für Gutverdienende mit relativ hohem Steuersatz attraktiv sein. Für diese Summe fallen auch keine Sozialversicherungsbeiträge an. Die Rente aus diesen Beiträgen ist steuerfrei, nur die Kapitalerträge werden besteuert.

steuerfreie Entgeltumwandlung

ermöglicht es Arbeitnehmern ab 2002, einen Teil ihres Bruttoeinkommens in Beiträge zur Altersversorgung umzuwandeln. Das funktioniert »brutto für netto«, die Beiträge sind also steuer- und zunächst auch sozialabgabenfrei. Die steuerfreie Entgeltumwandlung ist auf maximal vier Prozent der Beitragsbemessungsgrenze zur Rentenversicherung begrenzt. In diesem Jahr wären das 2136 Euro (4176 Mark) gewesen. Die Rente muss später versteuert werden.

Grundsätzlich ist es dem Rentensparer überlassen, welche Förderung er in Anspruch nimmt. Die Förderbausteine schließen sich nicht gegenseitig aus. Es ist also möglich, dass ein Arbeitnehmer Beiträge in eine Pensionskasse zahlt und dafür Bruttoeinkommen steuerfrei umwandelt (steuerfreie Entgeltumwandlung), für Beiträge aus seinem Nettoeinkommen die »Riester-Förderung« bekommt und darüber hinaus auch die Möglichkeit zur Pauschalbesteuerung nutzt.

Von Arne Daniels, Matthias Thoms und Joachim Reuter sowie Rüdiger Nehmzow (Fotos)

Wettlauf um die Rendite: Sind Fonds nicht viel zu riskant?

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(