Nesselsucht und das histaminvermittelte Angioödem treten häufig zusammen auf. Daher kann es ähnlich viele Auslöser geben, die der Arzt zunächst versucht einzugrenzen. Dafür stehen ihm eine Reihe zur Verfügung: Falls er ein Lebensmittel oder einen Lebensmittelzusatzstoff im Verdacht hat, wird er Ihnen raten, es für eine Weile konsequent zu meiden. Das nennt man Eliminationsdiät. Ansonsten kann er Haut- oder Provokationstests durchführen. Ein Eiswürfeltest etwa bestätigt Nesselsuchtformen, die durch Kälte hervorgerufen werden.
Für ein aussagekräftiges Ergebnis ist es sinnvoll, diese Tests erst einige Wochen nach dem Auftreten des Angioödems machen. Daneben kommen auch bestimmte Infektionen wie durch das Bakterium Helicobacter pylori als Auslöser für ein Angioödem in Frage.
Beim erblichen Angioödem tritt keine Nesselsucht auf. Im Unterschied zum histaminvermittelten Angioödem kommt es meist mehrfach in einer Familie vor. Der Arzt stellt die Diagnose aus dem Gesamtbild der Symptome und entsprechender Untersuchungen des Blutes im Labor.
"Treten Angioödeme ohne Quaddeln plötzlich bei einem älteren Menschen auf, muss immer an eine erworbene Erkrankung gedacht werden", sagt der Ödem-Experte Markus Magerl von der Berliner Charité. Der Arzt befragt den Patienten zunächst ausführlich nach den Medikamenten, die er einnimmt. Eventuell muss er dann nach bösartigen Erkrankungen des Abwehrsystems, des Knochenmarks und nach Antikörpern suchen. Im Labor wird ähnlich wie bei der erblichen Form des Ödems getestet.
Kann der Arzt die Ursache des Angioödems nicht finden, diagnostiziert er ein idiopathisches Angioödem. Diese Form ist das Ergebnis einer Ausschlussdiagnose.