Je nach Erkrankungsform gehen die Ärzte unterschiedlich vor.
Weniger ausgeprägte Schwellungen an Händen oder Füßen bilden sich spontan zurück und müssen meist nicht behandelt werden. Sind Augen und Lippen betroffen, kann der Arzt den Verlauf verkürzen, indem er Antihistaminika oder Kortison spritzt. Bei Schwellungen am Kehlkopf muss sofort gehandelt werden: Adrenalinspray und eine Sauerstoffmaske helfen gegen die akute Atemnot. Per Infusion geben Ärzte Kortison, Antihistaminika und eventuell weiteres Adrenalin. Notfalls müssen sie den Patienten künstlich beatmen.
Bei dieser Form können Ärzte nur die Symptome behandeln. Im Gegensatz zum histaminvermittelten Angioödem helfen Antihistaminika und Kortison nicht. Bei einem akuten Anfall mit Schwellungen im Hals- und Kehlkopfbereich sollten sich Betroffene sofort ins Krankenhaus fahren lassen oder einen Notarzt rufen. Im schlimmsten Fall ist eine künstliche Beatmung nötig.
Für die Behandlung akuter Anfälle haben Ärzte verschiedene Möglichkeiten. Sie können etwas ein C1-Inhibitor-Konzentrat spritzen, um den Mangel auszugleichen. Seit 2008 gibt es in der EU ein neues Medikament mit dem Wirkstoff Icatibant, das sich als wirksam erwiesen hat. Auch das wird gespritzt.
Da diese Form des Angioödems aber immer wieder auftritt, muss man langfristig vorbeugen. Gut wirksam sind männliche Hormone, so genannte Androgene, vor allem Danazol, Stanozolol und Oxandrolon. Sie haben aber unangenehme Nebenwirkungen, unter anderem Gewichtszunahme und Leberschäden, bei Frauen auch Menstruationsstörungen. Außerdem kann der weibliche Körper mit der Zeit etwas "vermännlichen", das heißt, Frauen haben unter anderem vermehrten Haarwuchs. Deshalb will ihr Einsatz wohl überlegt sein - regelmäßige Untersuchungen hinsichtlich der Nebenwirkungen sind Pflicht.
Wenn zum Beispiel eine bösartige Erkrankung des Abwehrsystems vorliegt, muss diese behandelt werden. Ein Konzentrat aus C1-Inhibitor kann vorübergehend den durch die Krankheit verursachten Mangel ausgleichen.