Die Allergie-Experten von stern.de beantworten Ihre Fragen:
Ein Angioödem im Kehlkopf kann unbehandelt zum Ersticken führen, weil die Atemwege zuschwellen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie immer ein Notfallset bei sich haben, wenn Sie bereits Angioödeme an Gesicht oder Hals hatten. Falls Sie den Auslöser kennen, meiden Sie ihn konsequent.
Nein, zum Glück nicht. Angioödeme bilden sich stets nach einigen Tagen zurück - wenn das ins Gewebe gesickerte Wasser wieder abtransportiert worden ist. Wenn Schwellungen doch einmal deutlich länger bestehen, kann es sich zum Beispiel um Entzündungen oder um Kreislauf- und Gefäßkrankheiten handeln.
Für Frauen mit Angioödemen können östrogenhaltige Verhütungsmittel ein Problem werden, denn Östrogen kann die Schwelle für das Entstehen einer Schwellung senken. Auch Frauen mit einer Östrogen-Hormontherapie können betroffen sein.
Leider lässt sich nicht vorhersagen, wie sich Angioödeme während einer Schwangerschaft verhalten. Bei einigen Patientinnen gehen sie dann zurück. In dieser Zeit ist die Therapie bei den histaminvermittelten Schwellungen wie auch bei der Nesselsucht durch Histamin erschwert: Die antihistaminisch wirksamen Medikamente sind in der Schwangerschaft nicht zugelassen. Ausnahmen bilden einige ältere Antihistaminika: Da es keine Berichte gibt, dass diese Wirkstoffe dem ungeborenen Kind schaden könnten, werden sie bei strenger Indikation auch in der Schwangerschaft eingesetzt. Wenn Sie unter dem erblichen Angioödem leiden, geben Sie das kranke Gen mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent weiter.
Wenn Sie keine anderen Krankheiten haben, die Angioödeme zum Symptom haben, lag es vermutlich am ACE-Hemmer. Ein weiteres Anzeichen dafür: Es sind keine Quaddeln aufgetreten. Eine weitergehende Diagnostik gibt es nicht. Wenn das Angioödem nach Absetzen des ACE-Hemmers nicht mehr auftritt, ist der Verdacht bestätigt.
Die Gefahr ist zu groß, erneut ein lebensgefährliches Angioödem zu entwickeln. Deshalb muss der ACE-Hemmer sofort abgesetzt werden. Sie können in Zukunft auch keinen anderen mehr einnehmen. Für Ihr Herzleiden oder den hohen Blutdruck muss der Arzt ein anderes Mittel finden.