Indiens Antwort auf Apples iPad wird voraussichtlich kommendes Jahr in Serie gehen. Der Billig-Computer soll die Bildungschancen von Menschen in armen Regionen verbessern. Weil es in vielen ländlichen Regionen Indiens keinen Strom gibt, kann das Gerät sogar mit Solarzellen betrieben werden.

Entwicklungsminister Kapil Sibal präsentiert den ipad-Klon: Der kann vieles, was der Tabletcomputer von Apple auch kann, kostet aber nur ein Vierzehntel© AFP
Er erinnert an das iPad, läuft mit dem kostenlosen Betriebssystem Linux und ist vor allem billig: Indien hat einen Prototypen für einen nur 35 US-Dollar teuren Computer vorgestellt. Er soll vom kommenden Jahr an hergestellt werden und richtet sich hauptsächlich an Studenten. Sie können den Touchscreen-PC für Textverarbeitung, Browsen und sogar Videokonferenzen nutzen. Entwickelt wurde der Computer von Studenten und Professoren in indischen Eliteuniversitäten.
Die indische Regierung hofft, den Preis sogar auf umgerechnet zehn US-Dollar drücken zu können. Hintergrund sind stetig fallende Kosten für Bauteile und das Design des Gerätes: Wie Mobiltelefone hat es keine Festplatte, sondern eine Speicherkarte. Auch dass es sich um einen Tablet-Computer handelt und die Verwendung von Open-Source-Programmen wirken sich auf den Preis aus.
Allerdings gibt es nach Angaben der indischen Regierung noch keine Verträge mit Herstellern und Händlern. Geplant ist, das Gerät zu subventionieren, so dass Studenten 20 US-Dollar dafür zahlen müssten. Auch eine Solaroption ist für einen Aufpreis vorgesehen - wichtig für ländliche Regionen Indiens, wo es oft keinen Strom gibt.
Der billige Tablet-Computer soll die Bildungschancen der Menschen in unterentwickelten Regionen verbessern und sie an der digitalen Entwicklung teilnehmen lassen, um so den Sprung aus der Armut zu schaffen. Vor allem auch, damit das Land sein schnelles Wirtschaftswachstum beibehalten kann.