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23. November 2007, 16:14 Uhr

Online-Shopping kommt gut!

stern.de-Mitarbeiter Scheibe spart sich den Stress, zur Weihnachtszeit in die City zu fahren, um hier einkaufen zu gehen. Jedem Tag aufs Neue huldigt er lieber dem Online-Einkauf und freut sich, dass es abgesehen von Lebensmitteln eigentlich nichts mehr gibt, dass sich nicht per Mausklick im Internet einkaufen ließe.

 

© Carsten Scheibe

Klare Sache: Ich gehe nicht gern einkaufen, von Klamotten in einem Factory Outlet Center einmal abgesehen. Wenn es denn einmal nötig wird, etwas zu kaufen, erledige ich das lieber vom heimischen Schreibtisch aus. Gerade gestern erst brachte mir die Post wieder jede Menge Pakete. Bei Interaquaristik.de hatte ich neue Garnelen, Wasserflöhe und rote Mückenlarven für das Aquarium bestellt, bei Reptilica.de Heimchen, Mehlwürmer und Wachsmottenlarven fürs Terrarium und den Leguan. Bei Zooplus orderte ich das Futter für die Mäuse, die haben online einfach eine größere Auswahl als der Zooladen um die Ecke.

Ich bin immer wieder überrascht, wie komfortabel das Bestellen im Internet ist. Ich kriege eine Mail beim Bestelleingang, bei der Bearbeitung meines Auftrags und sogar beim Versand, wenn mein Päckchen auf Reisen geht. Dank der Versand-Mail weiß ich auch ganz genau, wann ein Paket bei mir ankommt. So kann ich dafür sorgen, dass das Büro auch wirklich besetzt ist.

Für Einzelhandel Katastrophe

Was für den Einzelhandel sicherlich eine ausgemachte Katastrophe ist, dürfte die Paketdienste und die Hersteller von Verpackungen restlos sanieren. So gleicht sich das wieder aus. Derweil ich das hier schreibe, bringt der Paketbote auch schon wieder Post von Amazon. Der zweite Hanni&Nanni-Sammelband für meine Tochter ist endlich da - wunderbar, den alten hat sie gerade ausgelesen. Und meine neuen Golf-Lakeballs sind auch gekommen. Lakeballs, das sind ganz billige Golfbälle, die nur deswegen so günstig sind, weil sie schon einmal von Golfern mit Schmackes in ein Wasserhindernis geschlagen wurden. Taucher fischen die Bälle dann einmal im Jahr wieder ab, um sie dann für kleines Geld zu verkaufen. Bei Lakeballs24 kriege ich die Bälle ohne Probleme, in Berlin wüsste ich kein Geschäft, das so etwas führt.

Und schon bestelle ich weitere Dinge. Weltbild hat einen Adventskalender mit Halbedelsteinen anstelle mit Schokolade im Angebot. Die kaufe ich online für beide Kinder ein. Und weil ich diese Steine auch so gern sammle, packe ich auch noch einen Kalender für mich mit in den Warenkorb. Die Weihnachtsgeschenke der Kinder haben wir dieses Jahr übrigens erstmals schon im Sack. Das eine Präsent haben wir doch glatt bei eBay ersteigert, das andere ganz regulär in einem Online-Shop gekauft. Ich darf an dieser Stelle gar nicht verraten, was es ist, sonst lesen das die Kinder womöglich noch. Alle Sachen sind schon geliefert worden und stehen jetzt im Büro, nur von einer Decke verborgen. So entspannt sind wir Weihnachten noch nie angegangen. Zum Glück kriegen eh nur die Kinder etwas, wir Erwachsenen schenken uns nichts.

Bank seit Jahren nicht von innen gesehen

Ob genug Geld fürs Online-Shoppen vorhanden ist, sehe ich in meiner Homebanking-Software, die mir stets den aktuellen Kontostand nennt. Eine Filiale meiner Bank habe ich seit zig Jahren nicht mehr von innen gesehen. Hier zeigt sich in eigener Erfahrung, dass sich auch alle Bankgeschäfte online abwickeln lassen. Dort, wo die Online-Shops das Geld nicht automatisch abbuchen, kann ich die per Mail überstellte Rechnung sofort bezahlen - ohne erst einen Überweisungsschein auszufüllen, der dann bei der Bank eingereicht werden muss.

Einzig und allein den Jahresurlaub, den buche ich nicht im Internet. Hier plagt mich dann doch immer wieder die Angst, dass mit meiner Buchung etwas schief geht und ich mit gepackten Koffern vor dem Abflugterminal stehe, ohne dass dort jemand etwas von meinen Urlaubsplänen weiß.

Warum ich vom Online-Shopping so fasziniert bin? Sicherlich liegt das mit an dem Fakt, dass ich als Kind völlig ohne Computer aufgewachsen bin und erst im Studium das erste Gerät in die Finger bekam. Auch die Anfänge und den Siegeszug des Internets habe ich von Anfang an mitbekommen und verfolgt. Ich kann mich demnach noch gut an eine Zeit erinnert, in der es so etwas wie ein Einkaufen per Mausklick einfach noch nicht gegeben hat.

Eine Glosse von Carsten Scheibe, Typemania

Mehr von Carsten Scheibe In seiner Freizeit geht Carsten Scheibe golfen - und arbeitet daran, dass der Golfball auf der selben Bahn ankommt, von der er abschlägt. Wenn's mit dem Spielen nicht so gut klappt, schreibt er lieber - für das eigene, kostenfrei in den Golf-Clubs ausliegende Magazin "Mein Golf-Heft". Das gibt's mit allen Artikeln auch im Internet. Natürlich ist der PC auch hier ein Thema.

 
 
KOMMENTARE (9 von 9)
 
Balrok (26.11.2007, 06:30 Uhr)
Grandiose Werbung....
...neben dem schon erwähnten gen Null tendierenden Informationsgehalt, wird hier auch noch massiv Werbung betrieben. Anstatt auch mal das Thema Sicherheit von Online-Shopping wenigstens anzuschneiden erfolgt ein unreflektierter Lobgesang auf online Warenhäuser.
Naja, jedenfalls die Inhaber der genannten Domains werden es Ihnen danken.
thomas_m (25.11.2007, 03:13 Uhr)
Genau umgekehrt
Ich mache es genau umgekehrt wie Herr Scheibe. Ich kaufe alle Lebensmittel, Elektrogeräte, Büromaterialien, etc. im Geschäft, denn ich möchte anfassen, angucken und im Zweifel einen Verkäufer befragen, bevor ich mich entscheide. Das einzige, was ich online buche, sind meine Reisen/Flüge. Das geht hier in Shanghai sehr bequem, von der Buchung bis zur Lieferung des Tickets an die Wohnungstür dauert es nur einige Stunden.
Grüsse nach Berlin
thomas
Styrbjoern (24.11.2007, 17:37 Uhr)
Einzige Frage an den Verfasser
Was machen Sie bloß, wenn irgendeinen schönen Tages nicht nur Ihr heimischer PC, sondern gleich das ganze Internet abraucht? Dicke Backen? Beine scheinen Sie jedenfalls nicht mehr zu haben.
atride (24.11.2007, 17:34 Uhr)
@faustjucken_de
hahahaha - völlig recht hast du! nachrichtenwert nullkommanull oder weniger... lol!
faustjucken_de (24.11.2007, 12:19 Uhr)
Hä 1999 oder wie?
Hallo, Herr Scheibe,
haben sie hier einen Beitrag von 1999 neu eingestellt?
Alles alter Hut!
deinemama (24.11.2007, 11:03 Uhr)
@zman
Hm - hast Du das ernst oder sarkastisch gemeint? ;) Beim "Gestank des Pöbels" hat's mich jedenfalls vom Stuhl gehauen. Böse, aber nicht unwahr... :D
Wie auch immer, ich hasse Einkaufscenter mittlerweile auch abgrundtief. Immer die gleichen, durchkonzipiert-langweiligen Geschäfte mit dem immer gleichen, teuren und gleichzeitig minderwertigen Krempel, der nach Chemie stinkt, mies gelaunte Verkäuferinnen, keinerlei kompetente Beratung, und dafür ständige Kollisionen mit ungewaschenen Mitgliedern des abgehängten Prekariats, aufgerissene Packungen und bei Kosmetik vergammelte Probetiegelchen bei den Billigmarken, und überhebliche Verkäufertussis bei den hohen Preisklassen.
Ich gestehe, auf diese Art des Einzelhandels, all diese unsäglichen "Center" und "Arcaden", würde ich nur zu gerne verzichten. Dummerweise gibt es hier kaum noch etwas anderes, und der Pöbel scheint drauf zu stehen.
Was habe ich da das Wochenende in Freiburg genossen! Mensch, die haben da noch *richtige* Lädchen, so mit echtem Besitzer, teilweise mit Werkstatt im Hinterstübchen, nix Franchisenehmer, sondern ausgesuchte Artikel... fast wie online. ;)
gsc777 (24.11.2007, 10:26 Uhr)
Appetit gemacht
Der einzige Online-Versand, mit dem ich gerne zusammenarbeite ist der EDV-Buchversand. Meine anderen Versuche schlugen immer fehl. Auch bei Amazon bin ich schon reingefallen. Ich bin auch dafür, ab und zu mal den Hintern zu heben und in einen Laden zu gehen.
Dann bin ich absoluter Fachgeschäfte-Freak. Leider gibt es nicht mehr viele.
zmann (23.11.2007, 19:40 Uhr)
Einkaufscenter
LOL stressfrei einkaufen geht in einer Großstadt wohl kaum.Diese Centren sind einfach der Stress pur
.Onlineshop.+individuelle Betreuung
durch die Hotline .Dort sitzten oft junge hübsche Frauen mit denen man
so ganz nebenbei noch flirten kann.
Da erspar ich mir doch gern den Gestank des Pöbels in Regalgängen und an Kassenschlangen.
Toreador (23.11.2007, 19:12 Uhr)
Schade eigentlich...
... denn nichts ist schöner, als an einem sonnigen Tag durch die Fußgängerzone zu schlendern, ohne Streß und Hektik mal hier, mal dort zu stöbern und am Ende voller Vorfreude und mit Tüten vollgepackt nach Hause zu wanken!
Allzu sehr sollte man sich nicht mehr über "Entmenschlichung" wundern, wenn selbst derartig elementare Dinge wie Lebensmittelkauf nur noch per PC erledigt werden.
Scheibes Kolumne

Seit 1990 lebe ich als freiberuflicher Journalist vom Schreiben. Das war schon immer ein Traum. Kurios: Als Diplom-Biologe mit Kernfach Bakteriengenetik hat es mich in den PC-Journalismus getrieben.

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