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1. Juli 2008, 11:40 Uhr

Ein langer Abschied

Ab dem 1. Juli ist eine Ära zu Ende. Damit ist nicht der Abgang von Microsoft-Gründer Bill Gates gemeint, sondern der Abschied von seinem Erfolgsbetriebssystem Windows XP. Die Software wird nicht mehr ausgeliefert. Doch ist Zeit mit XP wirklich vorbei? Ein Kommentar von Gerd Blank

Die Tage von Windows XP sind laut Microsoft gezählt© AP

Windows XP ist ein Erfolgsmodell. Das Betriebssystem kam im Oktober 2001 auf den Markt und löste für Privatanwender die Version Windows M" ab. Mit der Einführung von XP wurde auch MS-Dos eingestellt.

Auch wenn es immer wieder Kritik an XP gab: Das Windows-Betriebssystem war fast sieben Jahre das Maß aller Dinge. Es gab damals kaum Alternativen, die den Ansprüchen von Computernutzern entsprachen. Zwar kam fast zeitgleich "OS X" von Apple auf die Mac-Rechner, deren Verbreitung war allerdings außerhalb von Agenturen und Grafik-Büros verschwindend gering. Und natürlich gab es zu der Zeit bereits Linux in verschiedenen Ikarnationen, Normalnutzer wollten sich mit dem freien Betriebssystem aber nicht beschäftigen.

Die Nutzer wollen nicht auf Microsoft-Produkte verzichten. Über Jahre waren die Betriebssysteme und die Office-Programme für das amerikanische Unternehmen Lizenzen zum Geldrucken. In den Medien wird immer von einer Hass-Liebe der Nutzer zu Windows gesprochen. Dabei sollte man eher von einem verwandtschaftlichen Verhältnis sprechen: Auch wenn die Nachbarfamilie vielleicht netter wirkt, ist Blut halt dicker als Wasser. Man kennt sich, kennt die Fehler und kann damit umgehen.

Digitales Familienmitglied

Über die Jahre ist eine Technik-Mensch-Symbiose entstanden, die kaum noch rational zu erklären ist. Trotz, oder eben wegen all der Fehler und Abstürze, bleibt XP auf dem Rechner. Da kann Microsoft noch so oft verlautbaren, dass die Zeiten des digitalen Familienmitglieds gezählt sind. Seit dem 1. Juli wird Windows XP nicht mehr ausgeliefert. Eigentlich. Schon im Januar 2008 wollte Microsoft das Produkt stoppen, um den Nachfolger zu pushen. Doch der große Erfolg von Vista blieb aus. Ein zarter Protest regte sich im Netz, Anwender wollten XP behalten, Petitionen sollten Microsoft zum Festhalten am alten Freund bewegen.

Microsoft hat schon immer an den Nutzern vorbei entwickelt, ihn zum Betatester gemacht und erst während der Produktlaufzeit grobe Fehler beseitigt. Aber so deutlich wie bei Vista lag der Konzern noch nie daneben. Wieder einmal hat Microsoft einen Trend verpennt, Anwender wollen keinen Ferrari-Motor in einer Smart-Karosserie. Vista gibt es in unzähligen verschiedenen Versionen, beim Kauf bleibt immer die Angst, die falsche erworben zu haben. Auch wird für viele Anwender mit Vista das System nicht besser, sondern langsamer - weil die Hardware einfach nicht mitmacht. Warum also wechseln?

XP wird uns noch eine ganze Weile begleiten, auch wenn Microsoft immer wieder betont, dass seine Tage gezählt sind. Die meisten Privatanwender nutzen eh nur eine begrenzte Anzahl von Programmen. Sie surfen im Internet, schreiben E-Mails und Texte, hören Musik, schauen Fotos und Filme an. Hierfür braucht man kein neues Betriebsystem, das alte genügt völlig. Das haben auch Hardwarehersteller erkannt: Deren Mini-Notebooks mit geringerer Leistung erobern den Markt. Diese Geräte sind zu schwach für Windows Vista, laufen aber prächtig mit dem alten Betriebssystem. Firmen wie Asus, Dell, HP und MSI liefern diese Kleinstrechner auch weiter mit XP aus. Bis 2010, so versprach Microsoft, wird es für EeePC und Co. noch XP geben.

Aber nicht nur Privatanwender wollen XP weiter nutzen. Große Unternehmen, bislang beste Kunden bei Microsoft, wollen bis 2010 auf das nächste Betriebssystem warten und überspringen Vista.

Vielleicht lernt Microsoft ja daraus und entwickelt ein Betriebssystem, dass den Anforderungen der Nutzer entspricht: Eine einzige Version, die automatisch die bestmögliche Geschwindigkeit aus der Hardware herausholt. Features, die bequem aktiviert werden können, sobald die Hardware verbessert wurde. Und ein wirklicher Mehrwert für den Nutzer ist und nicht nur ein neue Oberfläche, die nur Ressourcen verbraucht. Denn sollte auch der Vista-Nachfolger wieder am Verbraucher vorbei entwickelt werden, bleibt uns XP vielleicht noch über das Jahr 2010 hinaus ein treuer Begleiter.

Ein Kommentar von Gerd Blank
 
 
KOMMENTARE (10 von 11)
 
Clibanarius (03.07.2008, 00:01 Uhr)
Dann nenne doch bitte...
...diese angeblich "genügend große Firmen", damit man das Nachprüfen kann.
Bisher ist bekannt: Gerade diesen "Sicherheitsaspekt" nennen Firmen als einen wichtigen Grund, um auf Vista zu verzichten und auf ihrem bewährten NT, W2k oder XP-Fuhrpark zu bleiben.
Eisenbaer (02.07.2008, 20:05 Uhr)
Vista hat auch Vorzüge
Gegenüber Windows XP (Prof) ist Vista um Lichtjahre sicherer zu konfigurieren. Und ich weiß nicht woher die Mär kommt, die zurzeit im Netz geistert, aber ich kenne genügend große Firmen, die jetzt (nach dem SP 1) dabei sind auf Vista umzusatteln. Eben wegen dem Sicherheitsaspekt.
Clibanarius (02.07.2008, 18:37 Uhr)
!
Mehrere Bekannte und Freunde, die einen X2-Komplett-PC oder Core 2 Duo-Notebook mit vorinstalliertem Vista kauften, haben entweder das Downgrade-Angebot zu XP genutzt oder bei Ebay eine der günstigen OEM-Version ersteigert, nachdem ich ihnen zeigte zu was ein antiquierter Athlon XP 2000 mit 1GB SD-RAM und XP Pro so alles fähig ist und vor allem wie flüssig es läuft.
Knuffiman (02.07.2008, 16:33 Uhr)
@nahmid
http://www.techmixer.com/download-directx-10-for-windows-xp/ guckst du hier. erzähl keinen quatsch. mit einer dx10 fähigen harware rennt das prima unter xp prof.
nony (02.07.2008, 10:16 Uhr)
Vista vs XP
Es ist wohl richtig, dass Vista ganz nett anzuschauen ist. Aber von einem aktuellen Betriebssystem erwarte ich da doch ein bisschen mehr. Wenn ich meinen inzwischen 8 jährigen Desktop mit XP Pro und das topaktuelle Notebook mit Vista vergleiche, dann fällt mir an allen Ecken und Enden auf, wo es bei Vista klemmt. Trotz modernstem (und schnellem!!!) Prozessor, 6 GB Ram, Grafik mit 2 GB Speicher ..... schleicht Vista hinter dem 8 jährigen Pentium hinterher. Ich kontrolliere zwar keine Benchmarks (macht auch keinen Sinn), aber wenn der Desktop trotz seiner schlechteren Ausgangsvoraussetzungen ca. 20 s. schneller startet, dann macht das schon nachdenklich. Vor allem, weil er - im Gegensatz zum Notebook - ja nun auch schon wieder einige Dateileichen aus dem tgl. Gebrauch mit rumschleppen muss, wohingegegen das Notebook noch quasi jungfräulich ist.
Auch wenn es der Sicherheit sicherlich zuträglich ist, aber diese ständige Aufpopperei von irgendwelchen Infofensterchen, die einen Klick notwendig machen NERVT, nervt, nervt ..... Mal ganz abgesehen davon, dass sich diese trügerische Sicherheit höchstwahrscheinlich inzwischen schon Softwareseitig aushebeln lassen wird.
Ich denke, dass MS auf dem besten Weg ist, in mir ebenfalls einen Kunden zu verlieren. Dies v.a. weil ich meine Rechner hauptsächlich zum Arbeiten brauche und entsprechend eher auf Schnickschnack verzichten kann, als auf echte Leistung.
darkover1957 (02.07.2008, 09:02 Uhr)
Zufrieden mit Vista
Ich kann mich Namidh nur anschließen. Ich nutze sowohl auf dem Desktop-rechner als auf dem Notebook Vista und bin sehr zufrieden. Vorausgesetzt genügend Arbeitsspeicher, läuft das System super und auch schnell.
namidh (02.07.2008, 07:35 Uhr)
Vista ok
Ich selbst nutze es beruflich und kann sagen, dass es rennt. Die Oberflächhe hätte ob der Technik noch etwas aufpoliert werden können, das nutzen andere Betriebssysteme besser aus. Ansonsten sind die eingebauten Gimmicks, die wirklich unter der Oberfläche verborgen sind, recht nett und nützlich zugleich.
Für Spiele und Rechner ohne ausreichend gute und vor allem RAMbestückte Grafikkarte empfehle ich nach wie vor XP. Wer lieber DX10 nutzen mag, kommt zwar um Vista nicht herum, kann aber bis dato aufgrund der doch halbherzigen Nutzung getrost darauf verzichten.
Vista als das ME der Reihe zu bezeichnen halte ich unterm Strich für ungerecht. Mit dem letzten SP ist Vista wirklich stabil und häufig scheitert es an den doch teils mangelhaften Treibern. Creative ist ein Paradebeispiel für ungenügend flexiblen Treibersupport - da kann das beste Betriebssystem nüschts für.
Obstler (02.07.2008, 00:21 Uhr)
Es ist umgekehrt
Vista ist ein Smart im Ferrari-Köstum
peterlaaser (01.07.2008, 22:57 Uhr)
OK, VISTA war ein Griff is Klo, aber Widows 7 könnte was werden!
Kann ja mal passieren. Auch WinME war eher ein Fehlgriff von Winzigweich, aber danach kommt meist doch wieder was Brauchbares auf den Markt. Also lasst uns mal nicht zu sehr schimpfen! Das wird schon wieder, vielleicht sogar schon bei Win7.
(Soll ja nach ersten Berichten deutlich flotter und viel Ressourcen-schonender sein)
CaptnCrunch (01.07.2008, 21:50 Uhr)
rrichtig
. schies mich an.. vista is der letzte dreck.. wird noch 2 jahre dauern bis vista xp daswasser reichen kann.. und wer mehr als 3gb addressieren will der nehme gefälligst tiger..
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