Für fünf Euro gibt es alles

8. Mai 2011, 16:09 Uhr

Ob Weckservice, Ernährungsplan oder Beziehungsratgeber: Bei diversen neuen Minijob-Diensten kann jeder seine Dienste im Internet anbieten - für einen Festbetrag von fünf Euro. Jetzt kämpfen gleich mehrere Portale auch um die deutschen Nutzer. Von Christoph Fröhlich

Fünfi, Fünf Euro Deal, Gigalo, Fiverr, Minijob, Geldverdienen

Die Branche der Fünf-Euro-Jobs wächst jetzt auch in Deutschland.©

Minijob-Portale sprießen wie Pilze aus dem Boden. Ob Fünfi, Fiverdeal oder Fiveo - sie alle kopieren das Prinzip des US-amerikanischen Originals Fiverr und unterscheiden sich vom großen Vorbild fast nur durch die Währung. Identisch ist das Prinzip: Mit Hilfe eines Onlineformulars können Nutzer ein Angebot erstellen und ihre Tätigkeit für fünf Euro anbieten. Einen Euro behält das Unternehmen für sich, die restlichen vier werden an den Dienstleister weitergeleitet. Die Bezahlung erfolgt über Paypal oder Kreditkarte.

Kreatives Geldverdienen

Wer eine Dienstleistung auf einem der zahlreichen Portale anbietet, braucht vor allem eine gute Idee. Vom morgendlichen Weckdienst über Gitarrenunterricht via Skype bis zur Logogestaltung ist alles zum Festpreis von fünf Euro vertreten. Besonders häufig werden Übersetzungshilfen oder Fotobearbeitungen angeboten. Viele Anbieter versprechen auch, die Zahl der Facebook-Freunde zu vergrößern. Nur "Erwachsenen-Inhalte" sind in der Jobbörse ausgeschlossen, alles andere ist erlaubt.

Denn erst die kuriosen Einfälle mancher Nutzer machen die Seiten zu etwas Besonderem: Ein Nutzer bietet beispielsweise an, eine Spinne zu essen und das Ganze auf Video festzuhalten. Zwei Leute haben bei diesem Angebot bereits zugeschlagen, um sich genüsslich zu ekeln.

Wer sich über einen vollen Briefkasten freut, kann sich für fünf Euro Postkarten aus der ganzen Welt zuschicken lassen - egal ob aus Ghana, Russland oder London. Für Briefmarkensammler vielleicht eine lohnende Investition.

Auch für unbeliebte Tätigkeiten finden sich auf den diversen Minijob-Seiten zahlreiche Abnehmer. So bietet ein Nutzer an, mit der Freundin Schluss zu machen oder Angestellte zu entlassen, ein anderer spielt auf Wunsch ungeliebten Personen Telefonstreiche.

Sicher und fair

So kreativ die Geschäftsidee auch ist, die Auflagen sind streng. "An erster Stelle steht die Sicherheit - sowohl für Käufer als auch Verkäufer", sagt Ali Albazaz, Geschäftsführer von Fünfi. "Wenn sich die Kunden für einen Deal entschieden haben, überweisen Sie das Geld zunächst an uns. Wir verwahren das Geld als Treuhänder und überweisen es an den Verkäufer erst nach abgeschlossener Dienstleistung und Bestätigung des Käufers." Das gibt beiden Seiten Sicherheit: Der Käufer kann sein Geld im Falle eines Betrugs problemlos zurückerhalten, der Verkäufer hingegen weiß, dass seine Dienstleistung bereits bezahlt wurde. Ähnlich wie beim Online-Marktplatz Ebay gibt es die Möglichkeit, den Verkäufer zu bewerten und nachfolgenden Kunden somit zu helfen.

Spezielle Wortfilter und die Redaktion sorgen dafür, dass Betrüger erst gar nicht auf die Website kommen. Jeder Deal wird individuell geprüft: "Das ist eine Menge Arbeit bei fast 2000 Angeboten, doch nur so können wir das Vertrauen unserer Kunden halten", so Albazaz.

Internationales Kräftemessen

Reich wird man bei den Fünf-Euro-Deals nicht, mit einer guten Idee ist ein kleiner Nebenverdienst aber möglich. So fand der Telefonstreichanbieter bereits 17 Abnehmer in nur 25 Tagen und erwirtschaftete somit fast 70 Euro in einem Monat. Für den morgendlichen Weckdienst erhält ein Fünfi-Nutzer durchschnittlich 100 Euro monatlich, ein Logodesigner schafft sogar bis zu 700 Euro im Monat. Diese beeindruckenden Zahlen werden nur noch in den USA getoppt: Ein Nutzer bot auf Fiverr an, drei einminütige Videos zu einem beliebigen Thema zu erstellen - in nur wenigen Monaten verkaufte er rund 900 Clips und füllte den eigenen Geldbeutel mit mehr als 3600 Dollar.

Im April 2011 startete Fiverr auch in Deutschland und hat neben Fünfi noch einen weiteren großen Verfolger: Gigalo hat in Deutschland bereits mehr als 900 Facebookfans, bietet aktuell über 1400 Angebote und drängt bereits auf den spanischen und südamerikanischen Markt. Sollte Fiverr auch diese Regionen für sich beanspruchen wollen, könnte es zum nächsten Schlagabtausch zwischen dem Original und den aufwendigen Nachahmern kommen.

Zum Thema
Schlagwörter powered by wefind WeFind
Deutschland Festbetrag Pilze Verkäufer
Digital
Ratgeber und Extras
iPhone 6: Die nächste Smartphone-Generation iPhone 6 Die nächste Smartphone-Generation
Vergleichsrechner
Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Finden Sie den günstigsten DSL-Tarif Unser kostenloser DSL-Vergleich zeigt Ihnen die DSL-Tarife, die am besten zu Ihnen passen. Zum Tarifvergleich
 
Noch Fragen?

Neue Fragen aus der Wissenscommunity

  von Amos: Rauchen auch auf dem Balkon bald verboten? Rauchen nur noch im Keller unter Luftabschluß?

 

  von Amos: Ich kapiere es einfach nicht: hätte ich 100.000 Schweizer Franken: wären das jetzt mehr oder...

 

  von StechusKaktus: Was genau kauft die EZB im Rahmen des QE an?

 

  von blog2011: Problem mit dem Downloadhelper auf YouTube im Firefox-Browser

 

  von bh_roth: Gibt es mehr als einen Bundespräsidenten??

 

  von Gast 104252: Umzug eines Hartz iv-Empfängers in das elterliche Haus

 

  von wiesse: Muss ein Inkassobüro den Nachweis erbringen, dass sie den Auftrag vom Auftraggeber erhalten haben

 

  von Reinhard49: wie hoch ist die Kfz-Steuer bei Dieselfahrzeugen

 

  von Gast 104125: Warum weht der Wind VOM Tiefdruckgebiet her ? Zum Luftdruckausgleich müsste ein Tief doch eher...

 

  von Celsete: Muss man sich mit dem System Hartz IV abfinden?

 

  von Amos: Hörte eben: the Secretary General für den Uno-Generalsekretär. Wieso ist das umgekehrt wie im...

 

  von Gast 103454: Wann erbe ich? Betreffend Umzug und Steuer!

 

  von Gast 103439: Geburtstagsparty trotz AU

 

  von MrSweets: IPhone IMatch deaktivieren

 

  von dorfdepp: Soll sich die westliche Welt Kuba gegenüber öffnen?

 

  von dorfdepp: Gibt es noch Vorbehalte gegen Online-Banking?

 

  von JennyJay: Heißt es "mittels Mobilkrane" oder "mittels Mobilkränen"?

 

  von bh_roth: Vorsätzliche Tötung

 

  von Amos: Warum muß ein Blinder bei "Wetten dass" eine geschwärzte Brille tragen?

 

  von Amos: Seit heute steigen die Preise der DB, wenn ich per Kreditkarte oder Internet bezahle.